WM-Kommentatoren

Béla Réthy verurteilt Hetze gegen Kollegin Claudia Neumann

Béla Réthy hat seit 1986 keine WM verpasst.

Béla Réthy hat seit 1986 keine WM verpasst.

Foto: dpa (Archivfoto)

Moskau/Essen.  Am Sonntag kommentiert Béla Réthy das WM-Finale. Wenn das ZDF ihn trotz erreichten Rentenalters lässt, will er auch 2022 in Katar dabei sein.

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Es war weit jenseits der Grenze des guten Geschmacks, was sich Claudia Neumann während dieser Fußball-Weltmeisterschaft in Russland alles gefallen lassen musste. Nach der Hetze gegen die ZDF-Kommentatorin hat vor einigen Tagen sogar die Staatsanwaltschaft Mainz Ermittlungen veranlasst. Béla Réthy, selbst höchst umstritten bei den TV-Zuschauern, springt seiner Kollegin nun zur Seite: „Mir fehlen, ehrlich gesagt, die Worte“, sagte der 61-Jährige der Sportbild. „Wenn sie sagt, dass Hetze ein gesellschaftliches Phänomen ist, würde ich das unterschreiben. Das ist unterstes Niveau. Welches Potenzial an Niedertracht in diesen sozialen Netzwerken schlummert, ist erstaunlich.“

Réthy selbst sah und sieht sich häufig Anfeindungen ausgesetzt. Gerade aktuell, da ihn das ZDF als Kommentatoren für das WM-Endspiel am Sonntag (17 Uhr) bestätigt hat. Es ist das dritte Finale einer Weltmeisterschaft nach 2002 und 2010, das er kommentiert. Wenn es nach Réthy geht, ist danach noch lange nicht Schluss.

Vielleicht zögert Réthy seine Rente noch hinaus

Beim ZDF gilt das Rentenalter von 65 Jahren, aber seine Zukunft stellt er sich so vor: „Da kann ich endlich mit einer Floskel antworten: Ich denke von Turnier zu Turnier. Fakt ist: Mein gesetzlicher Renteneintritt kommt im November 2022 unmittelbar vor dem Beginn der WM in Katar. Da es sich aber nur um zwei, drei Wochen handelt, lässt sich der Ruhestand etwas herauszögern. Wenn der Sender 2022 noch will, und ich Lust habe, wäre das ein schöner Abschluss.“

Dreimal saß er auch im Stadion vor dem Mikrofon, als der Europameister ermittelt wurde. Und dort erlebte Réthy sein schönstes Finale: „Das war bei der EM 1996, als der Reservist Oliver Bierhoff Deutschland per Golden Goal zum Titel schoss. Das skurrilste Finale war die EM 2004, als die Griechen tatsächlich Portugal 1:0 schlugen. Wahnsinn!“

Und generell die besten Spiele, die er je kommentieren durfte? „Das Uefa-Pokal-Finale 2001 zwischen Liverpool und Alavés. Ein 5:4 in Dortmund. Ein Spektakel ohne Ende, das mit einem Golden-Eigen-Goal endete. Das historischste war das 7:1 von Deutschland gegen Brasilien 2014.“ (ab)

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