Filmfestival in Duisburg

Doxs-Jugendjury vergibt „Große Klappe“-Preis an Joe Boots

Der Kriegsveteran Joe Boots und Regisseur Florian Baron (vorne) bei der Preisverleilhung mit der Jugendjury und Preispatin Siham El-Maimouni, die in Duisburg geborene Radio- und TV-Moderatorin.

Foto: Stephan Eickershoff

Der Kriegsveteran Joe Boots und Regisseur Florian Baron (vorne) bei der Preisverleilhung mit der Jugendjury und Preispatin Siham El-Maimouni, die in Duisburg geborene Radio- und TV-Moderatorin. Foto: Stephan Eickershoff

Duisburg.   Die Doxs-Jugendjury preist den Film von Florian Baron über den jungen US-Kriegsveteranen. Auch ECFA-Preis wurde im Filmforum verliehen.

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Preisverleihung bei Doxs!: Der Berliner Filmemacher Florian Baron gewinnt mit „Joe Boots“ die „Große Klappe“, den mit 5000 Euro dotierten Preis der Bundeszentrale für politische Bildung für den besten politischen Kinder- und Jugenddµokumentarfilm. Er wurde zum siebten Mal von einer Jugendjury vergeben und am Freitag im Filmforum überreicht. Preisträger des ECFA Documentary Award wurde der Film „Det trygge huset / Die Zuflucht“ des norwegischen Regisseurs Robin Jensen. Der europäische Verband für Kinder- und Jugendfilm (ECFA) würdigt damit den besten europäischen Kinderdokumentarfilm für Sechs- bis Zwölfjährige.

„Joe Boots“ schildert (wie berichtet) die traumatischen Auswirkungen von Kriegserfahrungen des jungen US-Veteranen Joe Boots. Die zehnköpfige Jugendjury zeigte sich beeindruckt von „ästhetisch anspruchsvollen Bildern, die auf überzeugende Art und Weise mit dem Inhalt verknüpft sind“. Weiter heißt es in der Begründung: „Diese sehr ästhetische Darstellung der Konflikte des Veteranen geben dem Film eine besondere dokumentarische Kraft, die uns berührt und vollkommen überzeugt hat.“

Lobende Erwähnung für „The Rabbit Hunt“

Thomas Krüger von der Bundeszentrale für politische Bildung sagte bei der Preisverleihung am Freitag im Filmforum: „Für eine Gesellschaft, die den Frieden will, ist es wichtig, dass Jugendliche wissen, was Krieg bedeutet. Der prämierte Film gibt für diese Auseinandersetzung wichtige Impulse.“

Eine lobende Erwähnung gab’s von der Jury für „The Rabbit Hunt“ von Patrick Bresnan. In dem zwölf-minütigen Kurzfilm zeigt der US-Filmemacher ein Initiationsritual heranwachsender Männer, das seit Beginn des 20. Jahrhunderts in den Everglades praktiziert wird: die Kaninchenjagd.

Originelle Erzählweise begeistert die Jury

Der ECFA-Preisträger „Det trygge huset/Die Zuflucht“ ist ein animierter Dokumentarfilm, in dem fünf Kinder und Jugendliche von ihren Erfahrungen mit häuslicher Gewalt und ihrer Zeit in einem öffentlichen Wohnheim berichten, wo sie mit ihren Müttern Schutz und Unterstützung erhielten. „Der Film erzählt seine Geschichte ausgewogen und ehrlich und verschließt die Augen nicht vor der bedrückenden Wahrheit. Er stärkt all jene, die mit ähnlichen problematischen Umständen konfrontiert sind und vielleicht keine Möglichkeit haben, ihre Erlebnisse mit anderen zu teilen“, so die ECFA-Jury mit Elise Van Beurden (Belgien), Remke Oosterhuis (Niederlande) und Marc-André Schmachtel (Deutschland). Besonders begeistert habe die originelle Erzählweise, der fließende Rhythmus und die starken authentischen Details auf der Bild- und Tonebene, die das Erzählte emotional greifbar machten.

>>>> Doxs! ist in diesem Jahr 16 geworden

Acht europäische Produktionen aus dem Festivalprogramm waren 2017 für die „Große Klappe“ nominiert, neun Filme waren für den ECFA im Rennen.

Doxs! wurde 2002 als Kinder- und Jugendsektion der Duisburger Filmwoche gegründet und zeigt Filme, die kreativ, intelligent und auf Augenhöhe junge Menschen in den Blick nehmen.

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