NEUE HEIMAT

Kreativ-Ensemble „Labsa“ macht Dortmund zum „Place To Be“

Menschen aus aller Welt bilden das Ensemble „Labsa“. Am 5. März feiert die mittlerweile dritte Produktion Premiere: ein Stück mit dem vielsagenden Titel „Place To Be“.

Foto: Klaus Hartmann

Menschen aus aller Welt bilden das Ensemble „Labsa“. Am 5. März feiert die mittlerweile dritte Produktion Premiere: ein Stück mit dem vielsagenden Titel „Place To Be“. Foto: Klaus Hartmann

Dortmund.   Zwischen alten Sehnsuchtsorten und neuer Heimat: Der Dortmunder Verein „Labsa“ hat sich der Kunst, dem Menschen und der Natur verschrieben.

Samir trägt heute wieder seine blonde Perücke. In Afghanistan hatte er noch volles schwarzes Haar, hier in Deutschland sind sie ihm ausgegangen. „Der Stress, das Wetter“, vermutet der 20-Jährige, der älteste in der Gruppe.

Endlich ist auch mal wieder Helen da, die zierliche Schönheit aus Eritrea. Im Winter kommt sie abends immer schlecht weg aus dem Vorort Sölde. Dagegen hat Yacouba, die „Quasselstrippe“ von der Elfenbeinküste, noch keine Probe verpasst. Der 19-Jährige ist von Anfang an dabei.

Was für ein Anfang? Von welcher Geschichte?

Labsa, das „Labor für sensorische Annehmlichkeiten“, ist ein gemeinnütziger Dortmunder Verein, der sich der Kunst, dem Menschen und der Natur verschrieben hat. Er gründete vor zwei Jahren auch das Transnationale Ensemble Labsa – junge Menschen aus aller Herren Länder, die allein nach Deutschland, nach Dortmund kamen, die Gemeinschaft suchen und kreativ sein wollen: Sie kommen aus Afghanistan und Eritrea, aus Sierra Leone oder dem Kosovo. Jeden Mittwoch treffen sich die Schülerinnen, der angehende Krankenpfleger, der Abiturient oder Fliesenleger im alten Straßenbahndepot in der Nordstadt.

Theater, Tanz, Performance oder Live-Musik

Sie spielen Theater und tanzen. Es entstehen Performances mit Live-Musik, eigene Songs, musikalische Lesungen, Texte und neuerdings auch Kurzfilme. Emilia Hagelganz und Lena Tempich sind die künstlerischen Leiterinnen und führen Regie, kooperiert wird mit Künstlern der Stadt. Unterstützung findet die junge bunte, mitunter 20-köpfige Truppe von der gemeinnützigen GrünBau-Gesellschaft im Rahmen der Jugendhilfe. Am 5. März steht die mittlerweile dritte Produktion von „Labsa“ auf dem Premierenplan. „Place To Be“ ist der vielsagende Titel. Woher wir kommen, wohin wir gehen, wo wir sind: der „Place To Be“ als Ort zwischen neuer und alter Heimat, als Sehnsuchtsort, Ort der Erinnerung und Hoffnung, aber auch ein Ort, an dem sich neue Fragen stellen.

Ein Ort des Zusammenseins

Nicht nur Yacouba, der gerade fürs Abi büffelt, sucht vor allem einen Ort des Zusammenseins mit Freunden, so etwas wie Familie. „Labsa“ – jeden Mittwochabend — ist ein zentraler „Place To Be“ für ihn: „Hier bin ich immer glücklich, hier hole ich mir die Energie für die ganze Woche.“

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