Musik

Day of Song: Das Ruhrgebiet singt wieder

So schön war der Day of Song 2014 auf der Trabrennbahn Dinslaken, wo der Shanty Chor Hiesfeld zu hören war.

Foto: kai kitschenberg

So schön war der Day of Song 2014 auf der Trabrennbahn Dinslaken, wo der Shanty Chor Hiesfeld zu hören war.

Ruhrgebiet.   Der „Day of Song“ kommt nun doch zurück: Als Teil der „Extraschicht“ am 30. Juni wird das Ruhrgebiet an elf Orten gemeinsam singen.

Der Feiertag des Singens war schon fast begraben, aber so schnell kriegt das Ruhrgebiet keiner zum Schweigen: Der „Day of Song“ kommt zurück. Am 30. Juni soll das Revier an elf Orten zusammen singen, und es hätte keinen passenderen Chor gegeben, das anzukündigen: Die „Pott-Spatzen“ sagen von sich, dass sie nicht singen können, es aber gern gemeinsam tun. Und dann geben die Bässe die „Bangles“ zum besten, „Eternal Flame“, das Lied von der ewigen Flamme. Sie wollen ja, dass der Singe-Tag diesmal bleibt.

2010 hatte die Kulturhauptstadt den „Day of Song“ erfunden, zweimal noch wurde er wiederholt, um nach 2014 zu verstummen. Der inzwischen veranstaltenden Ruhr Tourismus GmbH (RTG) fehlte die „überregionale Ausstrahlung“. Es reichte nicht, dass Tausende sich trafen in den Städten des Reviers, gleichzeitig das Steigerlied sangen, später alte Volkslieder und neue Schlager und dass sie es liebten. Für interne Freude war der Tag zu teuer.

Um 12.10 Uhr heißt es am 30. Juni „Glückauf“

Worauf Chöre, Dirigenten, Musiker Protest anstimmten. Der Chorverband stieg ein, das Land, der Regionalverband Ruhr (RVR) und schließlich die RAG-Stiftung, der „Day of Song“ hat jetzt zweifach ein neues Zuhause: Er wird der Auftakt zur Nacht der Industriekultur und ein Abgesang auf den Bergbau. „Ob es funktioniert, muss man sehen“, sagt RTG-Chef Axel Biermann, der das neue Konzept geschrieben hat und sich nun doch wieder freut über „Singen als Aufbruchstimmung“.

Traditionell mittags um 12.10 Uhr heißt es am 30. Juni „Glückauf“, in Brauereien, Zechen und Kokereien. Später geht es nahtlos über in die „Extraschicht“, die in der Jahrhunderthalle ihrerseits profitiert: Vier Chöre, vom Knappen- bis zum Jazzchor, bringen jeder eine eigene Steigerlied-Version. „Und die Gemeinde singt Carmen“, sagt Steven Sloane, der mit seinen Symphonikern begleitet (und mit seiner Gitarre).

In Oberhausen zünden die „Pott-Spatzen“ wieder ihre ewige Flamme. Ob weiter für den „Day of Song“, ist offen. Gespräche für 2020 laufen.

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