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„Black Summer“: Neuer Zombie-Serie fehlt es an Ideen

Auf der Flucht vor den Untoten: Rose (Jaime King).

Auf der Flucht vor den Untoten: Rose (Jaime King).

Foto: Courtesy of Netflix

Essen.   Seelenlose Untote: „Black Summer“, der neue Netflix-Ableger der Untoten-Comedy „Z Nation“, kann mit dem Original leider nicht mithalten.

Fans der Horror-Comedy-Serie „Z ­Nation“ dürfte der Begriff „Black Summer“ geläufig sein. Er bezeichnet den Zeitraum, von dem an die Apokalypse unweigerlich ihren Lauf nimmt. Die augenzwinkernde Serie, die sich mittlerweile unter Eingeweihten zum wahren Kult gemausert hat, gab sich bei ihrem Start nicht lange mit Hintergründen und der Entstehungsgeschichte des Hirntoten-Desasters ab. Von der ersten Sekunde der Show an waren die Zuschauer mittendrin im oftmals aberwitzigen Geschehen.

Schiere Masse an Untoten

Diese Leerstelle im Handlungsraum will nun der Netflix-Ableger „Black Summer“ füllen, was zunächst vielversprechend klingt. Anhand der schieren Masse an Zombie-Publikationen der jüngsten TV- und Kinozeit dürfte wohl jeder Zuschauer mittlerweile sein eigenes kleines Privatregister an Präventivmaßnahmen für den Untoten-Ernstfall pflegen. Dazu zählen: cool bleiben, während andere panisch in ihr Verderben rennen, sich schnell eine schlagkräftige Gruppe suchen, die das individuelle Überleben sichert, und – ganz wichtig – sich im Stil einer kleinen Privatarmee mit schwerem Kriegsgerät wappnen.

Nach diesem Zombieprotokoll verfahren auch die Protagonisten der Serie „Black Summer“, auch wenn sie sich mit der Umsetzung der Doomsday-Agenda zunächst schwertun. Im Zentrum der Erzählung findet sich ein wild zusammengewürfelter Haufen, unter anderem bestehend aus der Mutter Rose (Jaime King, Bild), die wild entschlossen auf der Suche nach ihrer verloren gegangenen Tochter ist, einem falschen US-Soldaten, einer koreanischen Touristin sowie einem dubiosen Pärchen, zwei ausgemachte Gangster-Liebesvögel. Gemeinsam suchen sie einen Weg aus der Menschenfresserhölle.

Was hier schnell erzählt ist, dafür nimmt sich „Black ­Summer“ Zeit. Sehr viel Zeit, in der man als Zuschauer den Protagonisten der Serie gerne vehement die entscheidenden Überlebenstipps („Auf die Köpfe zielen!“) zurufen möchte, weil sie sich wieder einmal so arg dämlich bei allem anstellen.

Das Ganze hätte durchaus seinen Reiz, käme die neue Serien-Kreation des „Z Nation“-Schöpfers Karl Schaefer nur nicht als ein bleischwerer und humorloser Versuch daher, die unangefochtene Zombie-Überserie „The Walking Dead“ zu imitieren. Eine stärkere Orientierung am eigenen Erzählkosmos der Vorlage „Z Nation“ täte diesem Ableger deutlich besser.

Eher Zombie-Schonkost

In dieser – man könnte fast sagen – Low-Budget-Variante der wandelnden Leichen geht es nicht so sehr, wie es „The Walking Dead“ seit der ersten Staffel im Jahr 2010 durchexerziert, um den Kampf der Menschen untereinander, sondern um das Fortbestehen der Zivilisation. Auch dann, wenn sie es mit neuen unüberschaubaren Naturgewalten wie zum Beispiel Zombie-Tornados zu tun bekommt. Vom grandiosen Wahnwitz seines Vorgängers ist „Black ­Summer“ leider auch wegen seines seelen- und charakterlosen Hauptpersonals meilenweit entfernt. Es handelt sich dabei eher um Zombie-Schonkost – und so ist das Ergebnis weder Fisch-, noch Menschenfleisch.

Black Summer
Acht Episoden, je 42 Min., ab 11. April
Onlinestreaming, Netflix, FSK: k.A. Wertung: 2 von 5 Sterne.

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