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„Afrika, Afrika“ will Sonne in die Herzen zaubern

Foto: Volker Dörken

Bottrop.   Die Luft vibriert. Das Ensemble von „Afrika! Afrika!“ probt im tristen Bottroper Industriegebiet, um von hier zur großen Tournee aufzubrechen.

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In knapp zwei Wochen feiert die Neuinszenierung der „Erfolgsshow des Staunens“ - nach einer Idee von Andre Heller – am 23. Januar im Theater am Potsdamer Platz in Berlin Weltpremiere. Doch bereits am Samstag, 13. Januar, zeigen Regisseur Georges Momboye und seine Artisten Ausschnitte aus der brandneue „Afrika! Afrika!-Produktion“ in der TV-Sendung „Schlagerchampions – Das große Fest der Besten“ mit Florian Silbereisen um 20.15 Uhr in der ARD.

„Besonders hier muss alles auf den Takt genau sitzen“, erklärt der ausführende Produzent Hubert Schober. Schon seit Wochen proben die in ganz Afrika gecasteten Künstlerinnen und Künstler deshalb in den „One2-One-Studios“ in Bottrop.

Talent-Scout Winston Ruddle, Clown, Artist und Drahtseilkünstler aus Simbabwe, ist durch den gesamten schwarzen Kontinent gereist, um bisher unentdeckte Akrobaten für „Afrika, Afrika“ ausfindig zu machen. Kein einfaches Unterfangen, denn in Afrika gibt es eigentlich keine Zirkustradition. Hier treten die Gaukler, Fakire und Tänzer in Eigenregie und ohne feste Bindung auf Markplätzen auf, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

„In Afrika gibt es viele Talente – vielleicht die größte Vielfalt an Talenten weltweit. Aber leider auch die denkbar schlechtesten Voraussetzungen für eine gute Ausbildung in Tanz, Artistik oder anderen Berufen“, berichtet Georges Momboye - langjähriger Choreograf, Weggefährte und Freund von Andre Heller - aus eigener Erfahrung. Dabei sei gerade für viele Straßenkinder der Broterwerb durch die Artistik „einer der wenigen Hoffnungsschimmer auf ein besseres Leben“.

Deshalb komme Internet-Plattformen - wie etwa Youtube – eine besondere Stellung zu. Hier könnten Straßenkünstler aus anderen Ländern und Kontinenten genau studiert werden. Georges Momboye: „Beim Nachahmen werden die Originale oft erreicht und manchmal auch übertroffen.“ Eines hätten die afrikanischen Künstler den Perfektionisten anderer Kontinente aber fast immer voraus: „Die totale Freude an dem, was sie tun.“

Und genau diese überschäumende Lebensfreude ist selbst bei den Proben im tristen Bottroper Industriegebiet zu spüren. Überall lachende Gesichter und fröhliche Menschen. Und mittendrin ein lebensechter, lebensgroßer, afrikanischer Elefant. Georges Momboye nennt ihn „Dumbo“. Zwei Artisten bewegen den freundlichen Dickhäuter, der in der Kreativschmiede von Michael Curry in Portland (USA) das Licht der Welt erblickte. „Dumbo“ ist der ruhende Pol in dem quirligen „Afrika, Afrika-Spektakel“, für das Bandleader Francky Moulet den mitreißenden Soundtrack schuf.

Ideengeber Andre Heller ist begeistert und wünscht dem gesamten Team viel Glück. Als er sich 2014 von allen Bühnenshows zurückgezogen habe, um sich ganz auf Gartenprojekte und das Schreiben von Büchern zu konzentrieren, wären viele afrikanische Meisterartisten betroffen gewesen, ihre Arbeitsmöglichkeiten in der so ungewöhnlich jahrelang erfolgreichen Show zu verlieren. „Deshalb freue ich mich darüber,“ so Heller, „dass eine zentrale Persönlichkeit aus meinem Kreativ-Team, der legendäre Choreograf Georges Momboye, nun – gänzlich von mir abgekoppelt – seine eigene Version von 'Afrika! Afrika!' ins Leben ruft.“

„Eine eigene Version“, so Georges Momboye, „die auf der Bühne mehrere afrikanische Nationen zusammenbringt.“ Mit einem ganz besonderen Zusammenhalt. Mit ganz viel Harmonie, praller Energie, vitaler Kraft und unerschöpflicher Kreativität.“Was afrikanische Präsidenten, die Führer, die Politiker mehrmals versucht haben, eine afrikanische Union zu kreieren, ist uns hier gelungen.“

Ob „Afrika! Afrika!“ auch dazu beitragen könne, die aktuelle Flüchtlingssituation in Europa in einem anderen Licht erscheinen zu lassen, kann Georges Momboye nicht mit Sicherheit vorbehaltlos beantworten: „Es ist eine schwierige Sache. Wenn man unsere Schwestern und Brüder sieht, die versuchen das Meer zu überqueren, um Europa zu erreichen und dabei vielleicht umkommen... Und auch die Attentate in Europa. Das sei nicht einfach.“ „Afrika! Afrika!“ könne und wolle keine Lösungen anbieten. Es wolle nur zeigen, dass es egal ist, woher man kommt. Ob Norden, Süden, Osten oder Westen: „Wir sind alle zusammen auf der Bühne und haben alle etwas zu sagen. Wir werden die Sonne in die Herzen der Menschen tragen.“ Vielleicht bewirke „Afrika! Afrika!“ ja, dass die Menschen einander mehr zuhören, mehr Rhythmus in ihr Leben bringen, mehr tanzen, ihre Herzen erwärmen und dadurch glücklicher werden. Georges Momboye: „Das wird 'Afrika! Afrika!' zur aktuellen Situation beitragen, weil es eine Friedensbotschaft ist und Lebensfreude pur vermittelt – togetherness, die Zusammengehörigkeit.“

In NRW gastiert „Afrika! Afrika!“ an folgenden Terminen:

  • 30. Januar bis 4. Februar im Collosseum Theater Essen
  • 18. Februar, 18.30 Uhr in der Stadthalle Bielefeld
  • 19. Februar, 19.30 Uhr im Messe-Congress-Centrum Münster
  • 27. Februar, 19.30 Uhr in der Lanxess-Arena Köln
  • 5. bis 9. April im Capitol-Theater Düsseldorf. Tickets ab 29,90 Euro.
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