Kunst

60 Akademie-Absolventen stellen in der Kunstsammlung NRW aus

Kunstwerke aller Genres von der Bildhauerei über Graifk und Malerei bis zu Videokunst: Die Absolventen-Ausstellung „Planet 58“ im Souterrain des Ständehauses, der K21-Dependance der Kunstsammlung NRW.

Kunstwerke aller Genres von der Bildhauerei über Graifk und Malerei bis zu Videokunst: Die Absolventen-Ausstellung „Planet 58“ im Souterrain des Ständehauses, der K21-Dependance der Kunstsammlung NRW.

Foto: Lukas Schulze

Düsseldorf.   Erstmals präsentiert die Staatsgalerie des Landes NRW junge Künstlerinnen und Künstler mit 100 Werken im K21 – abwechslungsreich und kurzweilig

Es ist wirklich wahr, Kunstwerke können ihre Wirkung gewaltig verändern, wenn sie nur den Ort wechseln. Wer die Werke der Absolventen an der Düsseldorfer Kunstakademie im vergangenen Jahr beim Rundgang gesehen hat, kann etliche von ihnen nun noch einmal komplett neu erleben, im Souterrain des Ständehauses, in dem die K21-Dependance der Kunstsammlung NRW ihr Domizil hat. Dort sind nun rund 100 Arbeiten von 60 Absolventinnen und Absolventen des 2018er-Jahrgangs zu sehen, die im Gewusel des Akademie-Rundgangs wesentlich weniger edel wirkten, erst im Museum eine Aura entwickelt haben – oder auch eigens für die Ausstellung erst entstanden.

Ironie und tiefere Bedeutung

Tomas Kleiner und Aurel Dahlgrün etwa stellen in der Apsis des Museums, wo drei Bullaugen den Blick auf das Wasser des Kaiserteichs vorm Museum freigeben, Fotografien, Videos, Fundstücke und Skizzen von Tauchgängen im Teich aus; auf dessen Oberfläche sie transparente und spiegelnde Objekte schwimmen lassen. Am anderen Ende der Ausstellungsfläche hat Dorothee Clara Brings ausgemusterte Bleiglas-Kirchenfenster mit Kiefernholzrahmen versehen und zu einer stumm machenden Wand aufgebaut. Aber es gibt auch fast altmeisterliche Malerei wie auf Steffi Prohaska-Stollenwerks tropischem „Blumenstillleben III“ oder neuwilde wie die riesige melancholische „Königin“ von Meral Alma mit bonbonbunten Schlieren, geschlossenen Augen und kirschrotem Lippenstiftmund.

Bildhauerei, Performance, Videokunst, Fotografie, Grafik – die gesamte Spannbreite von Genres ist in der Ausstellung vertreten, eher Leichtes oder Hochironisches (wie die „Dekor“-Installation von Dora Celentano mit Gemälde, Wandmusterbemalung und einem Ständer mit vier Seidentüchern), aber auch Verrätseltes (wie der wurmartig aufgetürmte Riesenschlauch von Fridolin Schoch, aus dem klirrende Geräusche dringen). Sehr abwechs­lungsreich, sehr kurzweilig!

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