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Wie sich Schiedsrichter fit halten

Patrick Ittrich zeigt die rote Karte.

Patrick Ittrich zeigt die rote Karte.

Foto: Peter Steffen / dpa

Am Freitag beginnt die Saison in der 1. Fußball-Bundesliga. Wir haben Schiedsrichter Patrick Ittrich bei der Vorbereitung begleitet.

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Auf der Stirn von Patrick Ittrich haben sich kleine Schweißperlen gebildet. Der Bundesliga-Schiedsrichter trainiert gerade hart. Seine Tochter steht mit der Stoppuhr ein Stück entfernt: „Achtung Papa, auf die Plätze, fertig...“ Ihr Vater spurtet los, der Hund der Familie wetzt hinterher. So geht das sechs Mal. Selbst dem Hund hängt jetzt die Zunge aus dem Hals.

Nach einer kurzen Pause macht Patrick Ittrich weiter. Er rennt vier Kilometer durch den Wald an seinem Wohnort in Hamburg. Immer wieder kurze Sprints, dazwischen kurze Gehpausen. Der 40-Jährige will topfit sein, wenn übermorgen die Fußballsaison in der 1. Bundesliga wieder losgeht. Schiedsrichter müssen schließlich mit den Fußballern Schritt halten. Sie rennen also dauernd auf dem Spielfeld auf und ab, um immer nah am Ball zu sein. „Wir laufen oft zehn bis zwölf Kilometer pro Spiel, mehr als manche Spieler“, sagt Patrick Ittrich, der im Hauptberuf Polizeibeamter ist.

Kraft, Ausdauer, Sprints

Vier bis fünf Mal in der Woche trainiert der Familienvater. Mal Krafttraining, mal Ausdauer, mal schnelle Sprints. An den Wochenenden in der Saison geht er dann oft als Schiedsrichter auf den Fußballplatz – zusammen mit großen Stars wie Robert Lewandowski oder Marco Reus. „Als kleiner Junge stand ich hinterm Zaun und habe den Profis zugeschaut“, erinnert sich Patrick Ittrich: „Jetzt laufe ich als Bundesliga-Schiedsrichter vorneweg ins Stadion ein, hinter mir die Fußballstars, die von allen angehimmelt werden.“ Früher spielte er selbst Fußball, bei seinem Heimatverein, dem Mümmelmannsberger SV in Hamburg. Schiedsrichter wollte er eigentlich nicht werden. Doch als er 15 Jahre alt war, fragte man ihn, ob er ein Spiel leiten könne. „Ihr seid verrückt, dachte ich zuerst. Aber dann machte es mir großen Spaß.“ Er wünscht sich, dass mehr Mädchen und Jungen Schiedsrichter werden. „Man lernt viele Dinge, die einem im Leben helfen: Sich durchzusetzen, Entscheidungen zu treffen, mit Kritik umgehen zu können – und natürlich seinen Körper gut zu kennen und fit zu halten.“

Harter Test vor der Saison

Das Fitnesstraining ist nicht nur freiwillig. Die Schiedsrichter nehmen vor jeder Saison an einem harten Test teil. Dabei müssen sie unter anderem sechs Mal eine Strecke von 40 Metern rennen. Pro Durchgang dürfen sie dafür nicht länger als sechs Sekunden brauchen. Außerdem laufen sie zehn Runden um einen Sportplatz und müssen immer wieder sprinten und abbremsen. Wer den Test auch nach mehreren Versuchen nicht besteht, darf in der neuen Saison keine Spiele leiten.

Patrick Ittrich hat für heute aber genug trainiert, er macht zum Abschluss noch ein paar Dehnübungen im Garten. „So, jetzt ist Schluss“, sagt er. Seine Frau und die vier Töchter warten schon auf ihn mit selbst gemachtem Kartoffelsalat. Am Freitag eröffnet der FC Bayern mit dem Spiel gegen Hertha BSC die Fußballsaison. Mal sehen, ob die Spieler so fit sind wie die Schiedsrichter...

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