Freude

Wie Lachen ein wenig fröhlicher macht

Anton und Elfie besuchen Patienten in der Kinderklinik Bochum.

Anton und Elfie besuchen Patienten in der Kinderklinik Bochum.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Anton und Elfie sind Klinik-Clowns. Sie besuchen Kinder im Krankenhaus um ihnen etwas Freude zu bringen.

Wenn Suvan Schlund (53) und seine Frau Leela (60) ihre bunten Sachen anziehen, sich schminken und die rote Nase anlegen, werden sie zu anderen Personen: zu den beiden Clowns Anton und Elfie. Allerdings treten sie nicht im Zirkus auf oder haben eine Show. Stattdessen haben sie sich entschlossen, mit ihren Aufführungen ein bisschen Freude dorthin zu bringen, wo sie dringend gebraucht wird. Als Clowns des Vereins „Clownsvisite“ besuchen sie zum Beispiel Seniorenheime und Krankenhäuser in unserem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Eine Visite ist eigentlich der regelmäßige Besuch von Ärzten am Krankenbett.

Lachen macht es leichter

Auch in der Universitäts-Kinderklinik Bochum sind die Spaßmacher regelmäßig zu Gast. Die bunten Besuche für die jungen Patienten gibt es hier jeden zweiten Mittwoch. Besonders für die Kinder, die lange hier liegen müssen, sind diese Besuche wichtig. Das findet der Leiter der Kinder- und Jugendmedizin, Professor Dr. Thomas Lücke. Er sieht das Lachen als einen wichtigen Teil der Behandlung, auch Therapie genannt: „Die werden durchs Lachen therapiert“, sagt er.

Aber bei den Besuchen von Anton und Elfie geht es nicht immer nur ums Lachen. Manchmal geht es auch nur darum, einfach da zu sein, zuzuhören oder vielleicht die Hand zu halten, erzählt Elfie.

In ihrer Zeit als Clowns haben sie schon oft berührende Situationen erlebt. Denn manchmal treffen sie auch Kinder, die wissen, dass sie nie wieder gesund werden. Oder sogar, dass sie bald sterben werden. „Wir haben ein Mädchen mit einer Stoffwechselerkrankung begleitet. Ihr war es ganz wichtig, dass wir kamen. Auch als es ihr nicht mehr gut ging“, sagt Elfie. „Das war wichtig für sie und für ihre Mutter.“

Musik, Seifenblasen und Luftballons

Hinter jeder Tür, die Anton und Elfie betreten, liegt eine Geschichte, die die beiden Clowns etwas fröhlicher zu machen versuchen. „Eigentlich ist es immer wieder neu. Wir wissen ja nicht, was hinter der Tür ist“, sagt Anton. Deshalb können sie vorher nicht viel planen, sondern müssen immer spontan entscheiden, was sie dort tun. Manchmal treffen die Clowns hinter der Tür auf Angst, Wut oder Trauer. Und diese Gefühle nehmen sie dann auch auf, wenn sie spielen. Damit wollen sie den Kindern zeigen, dass es okay ist, ängstlich, wütend oder traurig zu sein. „Wir überspielen nichts“, sagt Anton. Oft übernimmt einer der Clowns das Gefühl und der andere spricht dann mit ihm darüber.

Wie sie vor den Kindern spielen, ist ganz unterschiedlich. Mal wird geschauspielert, mal stellen sie alles pantomimisch dar. Mal wird gesungen oder gerappt. Anton hat immer eine Ukulele dabei, das ist eine Art kleine Gitarre. Und Elfie verzaubert ihr Publikum gern mit Seifenblasen und Luftballons. Manchmal müssen aber auch die Einweg-Handschuhe aus dem Krankenhaus als Luftballon-Tiere herhalten.

Und manchmal merken Elfie und Anton, dass ihr Besuch gerade nicht passt. Dann gehen sie wieder – je nach Situation mit mehr oder weniger Show.

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