Berufe

Mit der Tierpflegerin unterwegs

Kerstin Möllers ist Tierpflegern in der Zoom Erlebsniswelt Afrika in Gelsenkirchen. Zu ihrem Job gehört es, den Giraffentall auszumisten.

Kerstin Möllers ist Tierpflegern in der Zoom Erlebsniswelt Afrika in Gelsenkirchen. Zu ihrem Job gehört es, den Giraffentall auszumisten.

Foto: Morris Willner

Kerstin Möllers ist Tierpflegerin. Mit der 26-Jährigen startet unsere neue Serie über Traumberufe für Kinder.

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Es ist zehn Uhr morgens in der Zoom Erlebniswelt Afrika in Gelsenkirchen. Tierpflegerin Kerstin Möllers hat vor drei Stunden die Lichter in den Ställen angeknipst und die Giraffen, Antilopen und Mangusten – die Tiere gehören zur gleichen Familie wie die Erdmännchen – begrüßt und gefüttert. Jetzt sind die Nächsten dran. „Na, ihr Schnarchnasen!“ ruft sie den Stachelschweinen fröhlich zu. Die dösenden Tiere fühlen sich nicht angesprochen und kuscheln sich näher aneinander. Das klappt trotz der Stacheln erstaunlich gut.

Die müden Blicke der Nagetiere rühren die Tierpflegerin wenig, sie schickt sie energisch raus ins Gehege. Und weil die Stachelschweine wissen, dass an der 26-Jährigen kein Weg vorbeiführt, trotten sie los. Draußen gibt es zur Belohnung süße Äpfel. Dann muss der Stall der Nagetiere gesäubert werden.

Kerstin liebt ihren Job. „Aber man darf keine falschen Erwartungen haben, ein Großteil der Arbeit ist das Ausmisten.“ Davon erzählen auch die vielen Besen, Rechen und Schaufeln, die an den Flurwänden der Afrikalodge hängen. Die anstrengende Arbeit macht der Tierpflegerin nichts aus. Auch an Mistgeruch und Strohstaub hat sie sich längst gewöhnt.

„Ich habe meine Mutter schon als Kind zugetextet, dass ich Tierpflegerin werden will“, erinnert sich Kerstin. Mit 14 Jahren hat sie ihr erstes Zoo-Praktikum gemacht. Vier Praktika später wurde sie unter 700 Bewerbern für einen der drei Ausbildungsplätze im Gelsenkirchener Zoo ausgewählt.

Wer Tierpfleger werden möchte, sollte ein besonderes Gefühl für Tiere haben, sagt Kerstin. „Man muss mit den Tieren harmonieren und eine ruhige Ausstrahlung haben.“ Ihr gefällt an dem Job, dass jeder Tag eine neue Herausforderung ist. „Man muss lernen, sich vor den Tieren zu behaupten und muss jeden Tag neu mit der Situation umgehen.“

Immer wieder mal gibt es unvergessliche Begegnungen. Etwa mit der

Giraffe Hans. Kerstin hat Hans 2011 mit der Flasche aufgezogen. „Da war er noch einen Kopf kleiner als ich.“ Heute überragt Hans Kerstin um Längen. Er kommt aber immer noch gerne kuscheln und seine Knäckebrot-Knabbereien abholen.

Kerstins Dienst endet am späten Nachmittag mit der Übergabe an den Kollegen der Spätschicht. Dann geht sie noch mal an den Gehegen vorbei: „Man sagt auch schon mal allen ‘Gute Nacht’ selbst wenn es keine Schlafenszeit ist. Ich bin auch erst weg, wenn ich weiß, dass es allen gut geht.“

Die Ausbildung zum Tierpfleger dauert drei Jahre. Es gibt drei Fachrichtungen: 1. Zoo, 2.Tierheim und Tierpension und 3. Forschung und Klinik.

Im Zoo gehört die Betreuung und Zucht der Tiere, die Pflege der Anlagen und die Besucherbetreuung zur Ausbildung.

Anschließend kann man sich zum Tierpflegemeister weiterbilden.

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