Wettbewerb

Sebastian löst den Zauberwürfel in Sekundenschnelle

So schnell war noch niemand! Sebastian Weyer hat den 4x4x4-Zauberwürfel in 17,42 Sekunden gelöst. 

So schnell war noch niemand! Sebastian Weyer hat den 4x4x4-Zauberwürfel in 17,42 Sekunden gelöst. 

Foto: Privat

Sebastian Weyer löst den Zauberwürfel mit vier Steinen an jeder Seite so schnell wie kein anderer. Für den Weltrekord musste er aber viel üben.

Sebastian Weyer atmet tief durch, denn jetzt muss er sich konzentrieren. Er nimmt den bunten Zauberwürfel in die Hand und schaut ihn sich von allen Seiten ganz genau an. Dann startet die Zeit. Seine Finger wirbeln so schnell umher, dass die Augen kaum folgen können. Nach 17,42 Sekunden sind alle Steine an der richtigen Stelle, jede der sechs Flächen ist einfarbig. Das ist Weltrekord!

Der 22-Jährige aus der Stadt Willich in NRW hat im vergangenen Jahr einen 4x4x4-Würfel so turbomäßig schnell gelöst. Bei diesem Zauberwürfel sind an jeder Seite vier Steine. Der normale Würfel hat dagegen an jeder Seite nur drei Steine. Und mit dem 3x3x3-Würfel hat Sebastian auch als Zwölfjähriger angefangen, wie er erzählt: „Mein Zwillingsbruder Philipp wollte unbedingt einen Zauberwürfel haben. Und meine Eltern haben mir dann auch direkt einen zu Weihnachten geschenkt.“

Die Brüder wollen sich gegenseitig besiegen

Die Zwillingsbrüder lieben Wettbewerbe. So wollte auch jeder den Zauberwürfel zuerst lösen. Sie schauten sich Videos im Internet an und schafften es schließlich schon nach wenigen Tagen. „Ich glaube, dass ich ihn zuerst auswendig lösen konnte“, sagt Sebastian. Schon bald nahm er sich den 4x4x4-Würfel vor und suchte sich dafür eine bestimmte Methode aus.

„Es gibt verschiedene Muster, die man auswendig lernt“, erklärt Sebastian. In einem Wettbewerb versucht er sich möglichst viel anzuschauen und zu merken. Beim 4x4x4-Würfel sind das meist acht Steine. „Während ich diese acht Steine löse, bewegen sich die anderen Steine und ich versuche mir währenddessen dafür die Lösungswege zu überlegen.“

Sebastian schafft mit 13 Jahren seinen ersten Weltrekord

Das klingt zwar sehr kompliziert, ist aber machbar. „Man darf einfach nicht aufgeben“, sagt Sebastian. Und das tat er ebenso wenig wie sein Bruder. Nach gerade mal einem halben Jahr nahmen die beiden das erste Mal an einem richtigen Wettbewerb im sogenannten „Speedcubing“ teil, also an einem Wettbewerb im schnellen Lösen eines Zauberwürfels. „Das hat ganz schön Nerven gekostet“, erzählt Sebastian.

Doch die Leute merkten schnell, dass die Brüder richtig gut sind. Mit 13 Jahren stellte Sebastian schließlich seinen ersten Weltrekord mit einem 4x4x4-Würfel auf. Für ihn ein „sehr gutes Gefühl“. Schließlich hatte er dafür jeden Tag rund fünf Stunden trainiert. Denn das ist das Wichtigste beim Speedcubing, betont er: „Üben, üben, üben.“ Heute trainiert er nur noch rund eine Stunde am Tag, um seine Finger „flott zu halten“. Ein großes Ziel hat er übrigens noch: „Nächstes Jahr gewinne ich hoffentlich bei der Weltmeisterschaft!“

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Der ungarische Architekt Ernő Rubik hat im Jahr 1974 den Zauberwürfel entwickelt. Seine Studenten sollten so das räumliche Denken trainieren. Am 2. Juni 1980 konnte man den Zauberwürfel erstmals auch in Deutschland kaufen. Bis heute gilt es als eines der meist verkauften Spielzeuge weltweit.

Der Verein „World Cube Association“ organisiert die Wettbewerbe im Speedcubing. Dazu zählt zum Beispiel die Weltmeisterschaft, die alle zwei Jahre stattfindet. Auf der Internetseite des Vereins sind außerdem alle Weltrekorde in den verschiedenen Disziplinen aufgelistet, darunter auch der von Sebastian Weyer.

Sebastians Zwillingsbruder Philipp ist übrigens auch richtig erfolgreich im Speedcubing. Im vergangenen Jahr wurde er Weltmeister. „Wir sind uns selbst die größten Rivalen“, sagt Sebastian.

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