Kinderorchester

Rafael will später Musik studieren

Rafael Bergé (12) ist seit einem Jahr Mitglied im Kinderorchester NRW.

Rafael Bergé (12) ist seit einem Jahr Mitglied im Kinderorchester NRW.

Foto: Socrates Tassos

Der zwölfjährige Rafael spielt seit acht Jahren Cello. Er ist Mitglied im Kinderorchester NRW und möchte später Musik studieren.

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Wenn Rafael Cello spielt, fliegen seine Finger über das Griffbrett. Das sieht er aber nicht. Sein Blick geht nach innen, er ist ganz auf das anspruchsvolle Stück des Komponisten David Popper konzentriert. Der warme, weiche Klang des Streichinstruments breitet sich im Wohnzimmer seines Elternhauses aus. Rafael schließt leicht die Augen. Wenn Musiker das machen, fühlen sie sich besser verbunden mit der Musik.

Und Musiker möchte Rafael werden, das weiß er schon seit Jahren. Er will Musik studieren und später Orchestermusiker oder Musiklehrer werden. Oder beides zusammen. Cello spielt der Zwölfjährige seit acht Jahren. Seit einem Jahr ist er Mitglied des Kinderorchesters NRW (KIO).

Aus ganz Nordrhein-Westfalen

Eine ehemalige Musiklehrerin kam auf die Idee mit dem Kinderorchester. Dafür musste Rafael eine Aufnahmeprüfung in Bochum machen. Er sei schon nervös gewesen, gibt er zu. „Aber ich denke dann einfach, wenn etwas schief geht, ist nicht schlimm, sondern ich probiere einfach, weiterzuspielen und es gut zu machen.“ Rafael hat seine Sache richtig gut gemacht. Schon am gleichen Nachmittag hat er erfahren, dass er dabei ist.

Beim Kinderorchester erarbeiten die Mädchen und Jungen zwei Mal im Jahr ein Musikprogramm. Das heißt aber nicht, dass sie sich jede Woche treffen, um zu üben. Das wäre schwierig, die Kinder kommen aus ganz Nordrhein-Westfalen!

Sie proben zwei oder drei Mal gemeinsam. In jeder Arbeitsphase verbringen sie eine Ferienwoche zusammen. Die Stücke studiert Rafael meistens alleine ein, oder mit seiner Mutter, die Geige spielt.

Der Stachel am Cello

Umso spannender war es für ihn, als er im vergangenen Jahr zum ersten Mal mit den anderen KIO-Mitgliedern geprobt hat. „Zu hören, wie wir alle zusammen spielen, das war ziemlich schön.“

Rafael sitzt mit seinem Cello in der Streichergruppe des Orchesters. Er hält sein Instrument mit den Beinen fest. Es ist etwa 1,20 Meter groß und besteht aus Fichte- und Bergahornholz. Die Saiten sind doppelt so lang wie bei einer Geige. Den Metallstab, der auf den Boden aufgesetzt wird, nennt man Stachel.

Für den bestmöglichen Klang

Wie bei der Geige werden die Töne durch das Streichen mit dem Bogen über die Saiten oder das Zupfen der Saite erzeugt. Nur steht das Cello für einen tieferen, sanften Klang. „Für mich gibt es kein schöneres Instrument“, sagt Rafael. Mit dieser Meinung ist er nicht allein. Im KIO gibt es insgesamt neun Cellisten.

Ihr Platz ist rechts vom Dirigenten. Das hat Methode. Die hohen Instrumente wie die Geige spielen auf der linken Seite, die tiefen rechts. Alles für den bestmöglichen Klang des Orchesters.

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