Interview

Mit dem Tourbus durch Deutschland

Wincent Weiss beim Auftaktkonzert zum Summertime Festival auf Norderney.

Wincent Weiss beim Auftaktkonzert zum Summertime Festival auf Norderney.

Foto: dpa

Wincent Weiss hat in diesem Sommer schon viele Konzerte gegeben und noch einige vor sich.

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Für Wincent Weiss läuft es gerade richtig gut. Der Sänger hat Anfang des Jahres einen wichtigen Musikpreis gewonnen und tourt gerade mit seiner Band durch Deutschland. Anfang September kommt der 25-Jährige nach Essen. Das Konzert ist längst ausverkauft. Wir haben ihn getroffen und wollten wissen, was auf einer Tournee am meisten Spaß macht:


Wie läuft so ein Tourtag ab?
Wir kommen nach einem Auftritt mit dem Nightliner, das ist unser Tourbus, in der nächsten Stadt an. Erst wird gefrühstückt, dann werden die Bühne und die Technik aufgebaut. Nach dem Soundcheck gibt es Interviews und Meet and Greets, abends gehen wir die Songreihenfolge durch. Es ist ja etwas anderes, ob man einen kleinen Auftritt bei einem Festival hat oder anderthalb Stunden lang spielt.


Was machst du, wenn du ein bisschen Zeit für dich hast?
Das ist schwierig, wir sind 16 Leute, die im Tourbus durch die Gegend reisen. So viel Alleine-Zeit bleibt da gar nicht. Ich versuche aber, jeden Tag Sport einzubauen, laufe durch den Stadtpark, je nachdem, wo ich bin. Oder ich höre einfach Musik, das ist so meine Zeit für mich.


Was hörst du für Musik?
Alles Mögliche. Ich komme aus der Metal-Schiene und höre meine ganze Metalmusik von früher. Aber auch ganz viel deutsche Musik, um zu sehen, was die Kollegen machen. Beim Laufen habe ich in letzter Zeit amerikanischen Hip Hop gehört.


Was macht am meisten Spaß auf der Tour und was stresst?
Am meisten Spaß macht die Zeit auf der Bühne, in der man vor den Leuten auftreten darf und dabei meistens in viele glückliche Gesichter schaut. Wenn die Leute zurücksingen und die Songs mitsingen, das ist schon ein sehr schönes Gefühl. Stressig wird es, wenn es technische Probleme gibt oder ich kurz vor der Show wenig Zeit für mich habe.


Wincent Weiss hat in diesem Jahr den Echo Newcomer bekommen. Foto: dpa Was machst du kurz vor der Show?
Ich singe mich ein, bereite die Stimmbänder vor und versuche einfach, den Tag hinter mir zu lassen. Dann nehme ich mich mit der Band kurz in den Arm, wir schreien uns einmal an und dann geht’s los.


Was schreit ihr denn, wenn ihr euch in den Arm nehmt?
,Büffel’ tatsächlich, das hat sich irgendwann mal eingebürgert ganz am Anfang und seitdem schreien wir einfach ganz laut ,Büffel’ durch die Gegend.


Worauf bist du bei dem, was du bis jetzt erreicht hast, am meisten stolz?
Dass wir mittlerweile vor so vielen Leuten spielen dürfen. Wir haben 2016 mit 100, 200 angefangen und jetzt in Hamburg vor 5000 Leuten gespielt, das ist schon ein enormer Sprung. Ich bin stolz, dass das Team zusammen hält und ich von Anfang an die gleiche Band habe. Und dass alle an einem Strang ziehen und wir Freunde geworden sind. Mir schreiben auch ganz viele Leute, dass sie sich auf Konzerten kennengelernt haben und dadurch beste Freunde geworden sind. Es ist schön zu sehen, dass durch meine Musik Freundschaften geschaffen werden.


Woher kommt dein Engagement für die Kindernothilfe?
Ich wollte früher Erzieher werden. Ich habe Praktika in Kindergärten gemacht und Kindern Motoriktraining gegeben. Als ich dann angefangen habe, Musik zu machen, wollte ich das mit einem Herzensprojekt verbinden, mit dem man Aktionen starten kann. Die Kindernothilfe war die erste Organisation, die angefragt hat, ob ich bei ihnen auftreten möchte, so kam die Zusammenarbeit. Wir fliegen in diesem Jahr noch nach Peru, dort sollen Schulen aufgebaut werden.

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