Katholikentag

Mädchen aus Ost-Jerusalem singen für den Frieden

Der Chor der Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem singt beim Katholikentag in Münster in St. Joseph.

Foto: Martens

Der Chor der Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem singt beim Katholikentag in Münster in St. Joseph. Foto: Martens

Arabische Schülerinnen der Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem haben Liedtexte zum Thema Frieden geschrieben.

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Der Klang des Friedens –
der Klang des Liebens
den Menschen singen
und ihn vielleicht so bringen


Dieses Lied hat eine besondere Geschichte. Mädchen einer Schule in Ost-Jerusalem haben den Text geschrieben. Sie sind Palästinenserinnen, gehen aber nicht auf eine arabische Schule, sondern auf die deutsche Schmidt-Schule in Ost-Jerusalem. Dort gibt es einen sehr guten Schulchor. 20 Chor-Mädchen haben nun eine Konzertreise zum Katholikentag in der Stadt Münster gemacht. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Erwin Meyer traten sie dort fünfmal auf und sangen an verschiedenen Orten Friedenslieder wie „Der Klang des Friedens“.

Zu Hause spüren die Schülerinnen der Schmidt-Schule immer wieder, dass es um die Stadt Jerusalem einen Streit zwischen zwei Völkern gibt, Palästinensern und Israelis. Die Palästinenser sagen: Wir wollen den Osten Jerusalems zur Hauptstadt Jerusalems machen. Die Israelis sagen: Jerusalem ist die Hauptstadt unseres Landes und wir teilen sie nicht. Sie haben Ost-Jerusalem annektiert, also gewaltsam in Besitz genommen.

Wie weiße Tauben

Das Motto des Katholikentags in Münster war „Suche Frieden“ und genau das wollen auch die Mädchen der Schmidt-Schule. In „Der Klang des Friedens“ singen sie diese selbstgeschriebenen Zeilen:

Lasset uns wie weiße Tauben sein / Keiner bleibt bei uns dann noch allein / Lasset uns vertreiben Dunkelheit / Wiederfinden in Gemeinsamkeit / Immer, immer, immer wieder Krieg: / Wir wollen, dass der Frieden endlich siegt.

Die drei 16-jährigen Mädchen Hala, Suheir und Fatmah singen schon seit einigen Jahren im Chor ihrer Schule. Bereits dreimal waren sie für Auftritte in Deutschland. „In der siebten Klasse waren wir in Dessau, in der neunten in Leipzig und in der elften in Köln. Und jetzt in Münster“, berichtet Suheir, die auch bei „Jugend musiziert“ mitmacht.

In der Stadt Münster gefällt den Mädchen, dass viele Menschen mit dem Fahrrad fahren und es nicht so viel Autoverkehr gibt. „Das ist bei uns zu Hause ganz anders“, sagen sie. Das deutsche Essen ist allerdings gewöhnungsbedürftig für sie. In ihrer Heimat wird zum Beispiel mit viel mehr Gewürzen gekocht.

Ganz viel Applaus

Frieden – das ist ein großer Wunsch von Hala, Suheir, Fatmah und den anderen Mädchen der Schmidt-Schule. So freuten sie sich umso mehr, dass sie bei ihren Konzerten mit den Friedenstexten ganz viel Applaus bekamen.

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