Feriencamp

Jugendliche entdecken beim Talentcamp Ruhr ihre Fähigkeiten

Lukas (15) gießt eine Pflanze mit Wasser. Es ist ein Versuch, bei dem herausgefunden werden soll, wie Pflanzen auf verschiedene Behandlung reagieren. Im Hintergrund gießen Reber (15), Lukas (16) und Dana (15) eine Pflanze mit Cola.

Foto: Lars Heidrich

Lukas (15) gießt eine Pflanze mit Wasser. Es ist ein Versuch, bei dem herausgefunden werden soll, wie Pflanzen auf verschiedene Behandlung reagieren. Im Hintergrund gießen Reber (15), Lukas (16) und Dana (15) eine Pflanze mit Cola.

Gelsenkirchen.   Beim Talentcamp Ruhr haben 40 Jugendliche gemeinsam ganz viel Spaß. Im Mittelpunkt einiger Workshops steht die Nachhaltigkeit.

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Die Stadt der Zukunft hat Grün an ungewöhnlichen Orten. Landwirtschaft ist dann nicht nur auf dem Boden, sondern auch in mehrstöckigen Häusern möglich. Und Kartoffeln und Zucchini gedeihen mitten in der Großstadt. Begriffe dafür sind „Vertical Farming“ und „Urban Gardening“. Im Workshop „Grüner Pott“ des Talentcamps Ruhr lernen Jugendliche in diesen Tagen, wie man mehr Natur in die Städte holen kann.

Experimente mit Pflanzen

Der 15-jährige Lukas ist einer von ihnen. Im Team haben er und die anderen Jungen und Mädchen Vogelhäuschen und Vogelfutterstationen gebastelt, dazu einen Fenstergarten. In einem zweiten Gartenbereich werden Pflanzen wahlweise mit Wasser und mit Cola gegossen. Eine Pflanze muss sogar ganz ohne Licht auskommen. All diese Experimente zeigen, was Pflanzen zum Leben brauchen.

Vom Talentcamp Ruhr hat Lukas, der auf eine Gesamtschule in Bottrop geht, über seine Lehrerin erfahren. „Sie meinte, ich solle mich bewerben“, sagt er. Die 40 Teilnehmer des Feriencamps brauchten alle eine schriftliche Empfehlung, zum Beispiel von einem Lehrer oder einem Trainer. Viele engagieren sich neben der Schule ehrenamtlich. Lukas hilft in seiner Freizeit in Radwerkstätten aus. „Ich fahre viel Mountainbike und kann so mein technisches Wissen ein bisschen teilen“, erzählt er. Andere Jugendliche sind in Jugendzentren oder Sportvereinen aktiv.

Federmäppchen aus Fahrradschläuchen

Wer das Glück hatte, fürs Talentcamp Ruhr ausgewählt zu werden, bekommt nun ein pralles, kostenloses Programm geboten. Neben dem Workshop „Grüner Pott“ gibt es einen Upcycling-Work­shop, in denen aus alten Fahrradschläuchen Portemonnaies oder Federmäppchen gemacht werden. Aus den Tasten einer Computertastatur entstehen Ketten und Schlüsselanhänger – aus alten Schallplatten Lampenschirme und Uhren.

In einer Schreibwerkstatt sind die Teilnehmer als Weltreisende unterwegs und im Workshop „Ohrenkino“ produzieren zehn Jugendliche ein Hörspiel rund um einen Alien. Hier ist Ben (16) dabei: „Ich bin filmtechnisch begeistert und finde es cool, etwas Neues zu lernen.“ Gerade sitzt Ben als Sound-Designer am Mischpult. „Ich überwache die Aufnahme und kann mit den Reglern die Stimmen nach Bedarf lauter oder leiser machen.“

Zuständig für Alien-Geräusche

Für die Alien-Geräusche ist Ben auch zuständig. In seiner Freizeit arbeitet er gerade an einem Kurzfilm mit Lego-Figuren, für den er die Stop-Motion-Technik anwendet. Er fotografiert viele einzelne Situationen mit den Figuren, die aneinandergereiht einen Film ergeben.

„Im Talentcamp Ruhr wollen wir gemeinsam ein Ziel erarbeiten“, sagt Campleiterin Mira Stepec. Der Bochumer Verein „Durchstarten“ hat das Konzept entwickelt. „Es geht darum, dass die Jugendlichen ihre Fähigkeiten entdecken und das, was sie gut können, weiterentwickeln,“ so Mira Stepec.

Zehn Tage lang verbringen die Camp-Teilnehmer Tag und Nacht zusammen in einem Haus in Gelsenkirchen, sie essen gemeinsam und machen Ausflüge. Am Freitag endet das Camp mit einer Präsentation für Eltern, Verwandte und Lehrer auf Schalke. „Langweilig ist es nie“, sagt Lukas. Und Ben ergänzt: „Wir sind ein richtig gutes Team geworden.“

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