Bildung

Jeder fünfte Viertklässler kann nur sehr schlecht lesen

Moritz und Sinan lesen gern, doch insgesamt hat die Zahl der schlecht lesenden Kinder in Deutschland zugenommen.

Foto: dpa

Moritz und Sinan lesen gern, doch insgesamt hat die Zahl der schlecht lesenden Kinder in Deutschland zugenommen. Foto: dpa

Immer mehr Kinder in Deutschland können nicht richtig lesen, wenn sie zur weiterführenden Schule wechseln. Eine Studie liefert neue Ergebnisse.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein Iglu ist ein rundes Haus aus Schnee – eine Schutzhütte im Eis, in der man übernachten kann, wenn es draußen extrem kalt ist. Von einem solchen Iglu ist aber nicht die Rede, wenn über die IGLU-Studie gesprochen wird. IGLU ist die deutsche Abkürzung für Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung.

Alle fünf Jahre müssen Grundschüler in ganz vielen Ländern der Welt zeigen, wie gut sie lesen können. Forscher geben ihnen Texte und Fragen.

Wer hat teilgenommen?

312 000 Schülerinnen und Schüler aus 57 Staaten und Regionen haben mitgemacht. In Deutschland waren es 3959 Viertklässler an 208 Schulen.

Welche Texte gab es?

Die Kinder bekamen kurze literarische Texte, also erfundene Geschichten, und Sachtexte.

Waren Eltern und Lehrer auch beteiligt?

Ja, es gab Fragebögen für die teilnehmenden Kinder, ihre Eltern, die Deutschlehrer/innen und die Schulleitungen.

Was war das Ergebnis?

Deutschlands Viertklässler können im Vergleich zum Jahr 2001 heute etwa gleich gut lesen. Im Jahr 2001 gab es die erste IGLU-Studie. In vielen Ländern sind die Kinder aber seitdem besser im Lesen geworden, in Deutschland nicht. 20 Länder stehen nun in der Tabelle vor Deutschland. Das finden viele nicht gut.

Was ist sehr gut?

Es gibt Kinder, die extrem gut im Lesen sind. Im Jahr 2001 waren es etwa 9 von 100 Kindern. Bei der neuen IGLU-Studie waren es etwa 11 von 100 Kindern, also ein bisschen mehr.

Was ist sehr schlecht?

Es gibt Kinder, die große Probleme beim Lesen haben. Ihr Anteil ist größer geworden. Im Jahr 2001 waren es etwa 17 von 100 Kindern, nun waren es rund 19 von 100 Kindern. Das ist traurig, denn nach den letzten drei IGLU-Studien haben sich viele Menschen Gedanken gemacht, wie man die schlecht lesenden Kinder besser fördern kann. Jetzt sieht man: Es ist noch nicht genug passiert.

Wie gerne lesen Kinder?

70 von 100 Kindern haben gesagt, dass sie gerne lesen. Im Jahr 2001 waren es noch 75. Mädchen lesen lieber als Jungen.

Was ist besonders alarmierend?

Wenn Kinder weniger gebildete Eltern haben, sind ihre Chancen in der Schule schlechter. Kinder aus Familien, die nur wenige oder gar keine Bücher besitzen, hinken den Kindern aus Familien mit vielen Büchern in ihren Leistungen rund ein ganzes Lernjahr hinterher. Diese Kinder bekommen in der Regel auch keine Empfehlung fürs Gymnasium.

Das Schulsystem eines Landes sollte aber so sein, dass alle Kinder die gleichen Chancen haben, egal aus welchem Elternhaus sie kommen. Wird in einer Familie kein Deutsch gesprochen, weil die Familie aus dem Ausland kommt, konnten die Kinder die Aufgaben schlechter lösen. Experten fordern deshalb zum Beispiel, mehr Menschen in Schulen einzustellen, die solche Kinder unterstützen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik