Sommer-Serie mit Kindern

Irina und Tsetseg finden das Wort „Pappnase“ lustig

Irina (12, rechts) und Tsetseg (8) mit ihrer sieben Monate alten Schwester Gua-Maral.

Irina (12, rechts) und Tsetseg (8) mit ihrer sieben Monate alten Schwester Gua-Maral.

Foto: Lars Heidrich

Kinder und Jugendliche aus anderen Ländern erzählen von ihrem Leben in Deutschland. Heute: Irina (12) und Tsetseg (8) aus der Mongolei.

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In unserer Sommer-Serie „Jetzt reden wir!“ erzählen Kinder aus anderen Ländern von ihrem Leben in Deutschland. Die Schwestern Irina und Tsetseg kommen aus der Mongolei. Sie sind seit Oktober 2016 in Deutschland. Irina ist zwölf und Tsetseg ist acht Jahre alt. Zu Hause sprechen die beiden Deutsch miteinander.

Was ist euch in Deutschland als Erstes aufgefallen?
Irina: Die großen Häuser.
Tsetseg: Die U-Bahn. Die gibt es in der Mongolei nicht.

Wir haben einen heißen Sommer. Mögt ihr das?
Irina: Ja, ich gehe gern ins Freibad. Ich war schon in verschiedenen Freibädern in der Stadt, und auch schon mit einer Freundin in einem Freibad in Münster.
Tsetseg: Ich mag besonders die Rutschen. Im Hallenbad finde ich es aber auch schön. Ich mag die Becken, in denen das Wasser ganz heiß ist.

Was macht ihr sonst noch so in den Ferien?
Irina: Wir gehen spazieren oder essen Eis. Bei uns in der Nähe ist ein Spielplatz. Ich habe auch schon LaserTag gespielt.
Tsetseg: Ich war im AirHop Trampolinpark.

Irina, du wirst bald 13 Jahre alt. Wie feiert ihr Geburtstag?
Irina: Meine Tante und mein Onkel kommen zu Besuch, und andere Verwandte, es gibt Geschenke und wir essen Torte.
Tsetseg: Es gibt eine Barbie-Torte. Sie hat zwei Etagen und oben drauf ist eine Spielzeug-Barbie.


Mögt ihr deutsches Essen?
Irina: Ich mag Pfannekuchen und Kartoffelbrei und Spaghetti und Lasagne. Pfannekuchen habe ich vorher noch nie gegessen.
Tsetseg: Ich habe deutsches Essen noch nicht so richtig probiert. Aber Spaghetti und Reis mag ich gern.

Was ist denn typisches mongolisches Essen?
Irina: Zum Beispiel Gulasch. Das macht man mit Reis, Fleisch und Gemüse, vor allem mit Paprika.
Tsetseg: Und es gibt Tsuivan. Man macht einen Nudelteig aus Mehl und Wasser, dazu gibt es Fleisch, Möhren und Kartoffeln. Meine Mutter kann gut kochen.
Irina: Bei dem warmen Wetter trinken wir viele Mixgetränke mit Milch, Obst und Joghurt. In der Mongolei gibt es einen besonderen Tee, den Milchtee. Er wird mit Wasser, Salz, schwarzem Tee und Milch gemacht.

Habt ihr schon mal was richtig Schönes in Deutschland erlebt?
Tsetseg: Also ich finde die Menschen hier sehr nett.
Irina: Einmal waren wir bei einer falschen Adresse. Da haben wir eine alte Frau getroffen. Sie hat uns geholfen und hat gesagt: „Ihr seid so liebe Mädchen, ich kaufe euch allen ein Eis!“

Gibt es auch etwas, das ihr nicht mögt?
Tsetseg: Ich mag Blitze und Regen nicht. Wenn ein Gewitter kommt, habe ich manchmal Angst.
Irina: Wenn wir einen Spaziergang machen, gehen wir manchmal bei Sonne los und dann regnet es. Das ist nicht schön.

In welche Klasse kommt ihr nach den Ferien?
Tsetseg: Ich wechsle die Grundschule und komme dann in die dritte Klasse. Alina, die in unserem Haus wohnt, geht mit mir. Es ist schön, dass wir den Schulweg gemeinsam gehen können.
Irina: Ich war ein Jahr auf einer Hauptschule und komme jetzt auf die Realschule. Da ist auch ein Mädchen aus meiner alten Schule. Sie heißt Amina. Mein Schulweg ist lang, eine dreiviertel Stunde. Aber das ist besser als keine Schule.

Wie findet ihr die deutsche Sprache?
Irina: Das Wort „fotografieren“ konnte ich am Anfang nicht aussprechen. Und es gibt Wörter, die wir im Mongolischen nicht haben.
Tsetseg: Ich finde „der, die, das“ schwierig. Aber es gibt lustige Wörter.

Welche zum Beispiel?
Irina: Pappnase.

Eure kleine Schwester ist sieben Monate alt. Wie ist das so mit einem Baby zu Hause?
Irina: Gut, aber manchmal auch nervig. Man muss gut aufpassen, weil Gua-Maral jetzt krabbelt und sich am Sofa hochzieht. Dann kann sie umfallen, das ist gefährlich.

Fragen andere Kinder euch, woher ihr kommt, weil ihr anders ausseht?
Irina: Viele. Und das finde ich ganz blöd. Manche sagen „Chinese“ zu mir. Das finde ich auch nicht gut. Es geht nicht darum, wo ich herkomme. Ich lebe doch hier in Deutschland, so wie die anderen Kinder auch. Das Wort „Flüchtling“ als Schimpfwort zu benutzen, finde ich auch blöd. Für die afrikanischen Kinder ist es noch schwerer, glaube ich. Weil sie schwarz sind.

Wenn ihr einen Wunsch frei hättet, was würdet ihr euch wünschen?
Irina: So gut Deutsch sprechen wie die Deutschen.
Tsetseg: Ich möchte Englisch und Russisch lernen.

Gibt es etwas, was ihr in Deutschland gern sehen würdet?
Irina: Berlin. Da gibt es einen großen Fernsehturm. Und Hamburg. Da wohnt eine Freundin von mir.
Tsetseg: Hamburg. Ich will mir den Hafen mit den großen Schiffen ansehen.

>> DAS IST DIE MONGOLEI

Die Mongolei ist ein Land in Asien. Es liegt zwischen Russland und China und hat etwa drei Millionen Einwohner.

Die Mongolei ist mehr als viermal so groß wie Deutschland. Es leben dort nur im Durchschnitt nur zwei Menschen auf einem Quadratkilometer, bei uns sind es 230.

Hauptstadt ist Ulaanbaatar.

>> DIE ANDEREN TEILE DER SOMMERSERIE:

1. Nicat und Senan aus Aserbaidschan

2. Nuha und Sidra aus Syrien

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