Natur

Flauschige Raupen? Finger weg!

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen am liebsten Eichenlaub – ratzekahl.

Foto: A. Jagel

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen am liebsten Eichenlaub – ratzekahl. Foto: A. Jagel

Dieses Jahr gibt es besonders viele Eichenprozessionsspinner. Die feinen Haare der Raupen sind giftig. Nur Experten können sie entfernen.

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Iiiiiih, wie eklig... obwohl... auch ein bisschen spannend! In manchen Eichen hängen jetzt seltsame Netze, die grauer Zuckerwatte ähneln. Darin wimmelt es von pelzigen Raupen. Später werden daraus Eichenprozessionsspinner, das sind Nachtfalter. „Gruselig!“, sagen viele Kinder. „Interessant!“, meinen andere. Darüber kann man sich streiten, aber eines steht fest: Wenn ihr so ein Raupennest seht – geht schnell weg! Und auf keinen Fall anfassen! Die Raupen sind harmlos, aber ihre kleinen Härchen enthalten ein gefährliches Gift.

Harmlose Motten

Dieses Jahr gibt es in Deutschland besonders viele Eichenprozessionsspinner-Raupen. Das liegt am sommerlichen Wetter. In unserem Bundesland NRW mussten jede Menge Kindergärten und Schulen für einige Tage geschlossen werden. Insekten-Spezialisten entfernten die Nester. Auf keinen Fall darf man sowas selbst machen. Im Mai und Juni wachsen den Raupen die langen Haare, die nicht zufällig „Brennhaare“ heißen. Sie sind giftig. So kann sich ein langsames Tier ohne Zähne und Krallen vor Feinden schützen. Die Haare brechen leicht ab. Wer eins berührt, kann Ausschlag oder schlimmen Husten bekommen.

Die Fachleute tragen Schutzanzüge und Atemmasken. Oft entfernen sie die 5-Zentimeter- langen Raupen mit Saugern und reinigen auch die Umgebung. Denn die Härchen sind noch jahrelang giftig. In manchen Städten wird aus Hubschraubern Insekten-Gift zum Schutz gegen Raupen versprüht. Das finden die Experten vom deutschen Naturschutzbund falsch. Weil dadurch auch andere Insekten getötet werden. Die Raupen vermehren sich immer mal wieder stark. Sie werden aber jedesmal ohne das Eingreifen der Menschen wieder weniger, erklären die Naturschützer.

Nachts kriechen die Raupen in meterlangen Gruppen über die Bäume und fressen sie kahl. Diesen „Prozessionen“ verdanken die Insekten ihren Namen. Die Eichen gehen dadurch nicht kaputt.

Im August werden die verpuppten Raupen zu Schmetterlingen. Die sind nicht bunt. Sondern graubraun und nur drei Zentimeter breit (kl. Foto links) Man nennt sie Nachtfalter oder Motten. Unscheinbare Tierchen, total harmlos.... Schwer vorzustellen, wie sie im Juni in vielen Städten die Menschen in Aufregung versetzt haben.

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