KUNST

Ein Kunstkatalog für Kinder von Kindern

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Schülerinnen und Schüler der Paul-Klee-Grundschule in Düsseldorf haben ein  ein Kunstbuch mitgestaltet.

Schülerinnen und Schüler der Paul-Klee-Grundschule in Düsseldorf haben ein ein Kunstbuch mitgestaltet.

Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Services

Grundschülerinnen und -schüler aus Düsseldorf gestalten für das Museum K20 einen Kunstkatalog für Kinder mit.

„Als ich noch nicht im Museum war, habe ich mir vorgestellt, man kann auf allen Bildern etwas erkennen“, sagt Yuetong. In der modernen Kunst sieht das etwas anders aus. Das hat die Viertklässlerin inzwischen gelernt. Denn sie hat mit ihrer Klasse, der 4B der Paul-Klee-Grundschule in Düsseldorf, das Museum K20 in Düsseldorf ganz oft besucht.

Aber auch wenn ein Kunstwerk erst einmal rätselhaft erscheint: „Ich weiß jetzt, dass viele Bilder eine sehr lange Geschichte haben“, sagt Yuetong. Die Geschichte einiger Kunstwerke erzählen sie und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler in einem neuen Kunstkatalog für Kinder. Er heißt „Was soll das denn sein?“

Ein Buch mit Puzzle, Rätselnund Labyrinth

Das Museums-Team hatte sich gefragt, wie man das Museum fit für die Zukunft macht und Kinder für die Kunst interessiert. Schnell stand fest: Das wissen Kinder selbst am besten, erzählt Julia Hagenberg bei der Vorstellung des Kunstkatalogs im Museum. Sie leitet die Abteilung Bildung in der Kunstsammlung NRW. So entstand die Idee, einen Katalog für Kinder von Kindern gestalten zu lassen.

Das Buch ist selbst ein kleines Kunstwerk geworden. Frösche und Fantasiefiguren wuseln über die Seiten und liefern Erklärtexte oder witzige Kommentare. Die hat der Illustrator Jörg Mühle gezeichnet, der die Klasse besucht und von seiner Arbeit berichtet hat.

Um ihren Auftrag zu erfüllen, hatte sich die 4B im Museum in Zweiergruppen aufgeteilt, erzählen Yuetong und ihre Klassenkameraden Hamza und Mussa. Dann haben die Kinder Werke ausgesucht, die sie spannend finden. Dazu haben sie eine Doppelseite in dem Buch gestaltet.

Mussa war ganz erstaunt, dass Kunstwerke nicht nur mit Farben erstellt werden. „Kunst kann auch aus Stoffen, Leder, Metall oder Steinen entstehen.“ Besonders viel weiß er nun über ein Kunstwerk aus Stahl und Zeltplane der US-Künstlerin Lee Bontecou, das wie ein Krater aus der Museumswand ragt.

Hamza war gleich beim ersten Besuch fasziniert von dem Bild „Mann in Blau V“: Es ist so dunkel, nicht viele Kunstwerke sind so dunkel, das hat mir gefallen.“ Klassenkameradinnen meinten aber, für einen Kinderkunst-Katalog könnte das Bild zu gruselig sein.

Es ist trotzdem drin. Aber nur verdeckt: Wer ein zusätzliches Blatt anhebt, sieht das unscharfe Bild eines Mannes und erfährt, dass der Künstler Francis Bacon unter anderem im Zweiten Weltkrieg viele schlimme Dinge erlebt hat.

So spielerisch geht es auf den anderen Seiten auch zu: Es gibt ein Puzzle in einem Umschlag, Rätsel, ein Labyrinth und ein Suchsel.

Die Teamarbeit hat allen besonders gut gefallen. Und dass ihre Meinung gefragt war, als es um die Texte ging. Judith Eilers und Sarah Schmeller vom Team der Kunstsammlung NRW haben den Kindern Textvorschläge vorgelegt. Dann haben die Kinder den Rotstift gezückt. Was sie langweilig fanden, wurde gestrichen. Was war das zum Beispiel? Wissen die Kinder schon gar nicht mehr.

Dafür wissen sie genau, welche Details wichtig sind. Über den Künstler Andy Warhol erfährt man in dem Katalog, dass er viel ausprobiert hat. Er hat fotografiert, Filme gedreht und gemalt. Oft mit knalligen Farben, manchmal weniger bunt.

In der Kunstsammlung hängt von dem amerikanischen Künstler das großformatige Bild einer Suppendose mit zerrissenem Etikett. Und so erfährt man in dem Kinderkatalog eben auch, dass Andy Warhol als Kind sehr arm war. Dosensuppen sollen häufig sein Mittagessen gewesen sein.

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