Tiere

Ein Fuchs in der Stadt

Der Fuchs ist immer häufiger in Siedlungen zu hören und zu sehen. Foto:Hans-Martin Kochanek

Der Fuchs ist immer häufiger in Siedlungen zu hören und zu sehen. Foto:Hans-Martin Kochanek

Warum er bellt und was er bei uns sucht.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Waah! Waah!“ – es kann ganz schön schaurig klingen, wenn mitten in der Nacht plötzlich ein Fuchs ruft. Das hört sich heiser an, als würde ein erkälteter Geist husten. In einer Siedlung in Mülheim-Saarn hört man ihn seit einigen Monaten bellen. Die Mädchen Hannah und Hannah (beide 10), die hier wohnen, hat der Schrei des Fuchses zuerst ganz schön beunruhigt. Warum schreit er so? Sucht er jemanden?

Auf Wohnungssuche

„Hat er sein Zuhause verloren?“, fragen sich die Mädchen. Denn vor einiger Zeit ist ein verwildertes Grundstück am nahen Wald neu mit Häusern bebaut worden. Ob der Fuchs dort seinen Bau hatte? Hannah und Hannah sind empört, „weil der Wald kleiner wird und der Lebensraum für Tiere schwindet“.


Dass Füchse nun schon durch die Gärten laufen, um ein neues Zuhause zu finden, ist für die Zehnjährigen nicht in Ordnung. Sie schrieben deshalb einen Brief an den Oberbürgermeister von Mülheim und fragten ihn: „Sollen die Füchse etwa bei uns einziehen?“

Gesellige Tiere

Der Oberbürgermeister hat diese Frage noch nicht beantwortet. Aber Werner Flaum, Jäger und Naturschützer, weiß, warum der Fuchs nachts so bellt. „Im April kommen die jungen Füchse zur Welt. Dann kann es sein, dass sie nach ihren Spielgefährten oder nach ihren Eltern rufen.“ Denn Füchse sind sehr gesellige Tiere.


Manche Füchse suchen aber auch nach einem Partner oder einer Partnerin. „Sie bellen dann, um auf sich aufmerksam zu machen“, meint Flaum, „oder aber um anderen Füchsen zu sagen: Das ist mein Revier.“ Besonders von Dezember bis Februar – in der so genannten Ranzzeit – sind Füchse auf der Suche nach einem Partner.

Ganz schön schlau

Mehr als 40 verschiedene Laute können sie ausstoßen. Die meisten davon dienen dazu, Kontakt mit anderen aufzunehmen. Der Fuchsschrei ist also normal, „man braucht vor dem Fuchs keine Angst zu haben“, sagt der Naturschützer Werner Flaum.


Er glaubt, dass man dem Fuchs in der Stadt noch öfter begegnen wird: „Er ist ein Naturfolger“, sagt Flaum. Das heißt, er geht dorthin, wo er leicht Nahrung findet – zum Beispiel in einer Siedlung, wo Menschen wohnen. „Warum soll er denn Enten oder Gänse jagen, wenn er auch Katzenfutter vor der Tür findet?“


Denn häufig stellen Herrchen oder Frauchen ein Schälchen mit Futter für ihre Katze oder ihren Kater nach draußen. Das schnappt sich dann ein Fuchs und frisst es auf. Ganz schön clever. Vielleicht lautet ein Sprichwort auch deshalb: „Schlau wie ein Fuchs.“

>>> Das frisst der Fuchs:

„Fuchs, du hast die Gans gestohlen“, heißt ein Kinderlied. Aber Füchse fressen auch Würmer, Käfer, Mäuse oder Äpfel, die im Herbst vom Baum gefallen sind. Auch wenn der Schrei ganz schön unheimlich klingt, sind Füchse für Menschen nicht gefährlich. Man sollte sie trotzdem nicht mit Absicht füttern, sagt Werner Flaum. „Füchse sind schlau, die finden genug Nahrung in der Natur.“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben