Olympische Winterspiele 2018

„Das Wichtigste ist mein Teddy!“

Die deutsche Skeleton-Athletin Anna Fernstädt sitzt mit ihrem Teddy in ihrem Zimmer im olympischen Dorf.

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Die deutsche Skeleton-Athletin Anna Fernstädt sitzt mit ihrem Teddy in ihrem Zimmer im olympischen Dorf. Foto: dpa

Anna Fernstädt ist die jüngste Skeleton-Fahrerin im deutschen Olympia-Team. Vorher war die Wintersportlerin eine erfolgreiche Turnerin.

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Anna Fernstädt konnte ihr Glück kaum fassen: In letzter Sekunde hatte sie doch noch einen Platz in der Olympiamannschaft bekommen - nun ist sie die Jüngste im Team der deutschen Skeleton-Fahrer. Skeleton? Das klingt ein bisschen gruselig, fast wie „Skelett“. Tatsächlich heißt der Sport so, weil der Schlitten ursprünglich einem Metall-Gerippe ähnelte. Und furchterregend ist das ja schon: Die Sportler rasen auf dem flachen Gestell mit dem Kopf voran eine Eisbahn hinab. Sie werden bis zu 146 km/h schnell. Ihr Kinn ist nur wenige Zentimeter vom Eis entfernt.

Vom Turnsaal in den Eiskanal

Als Anna Fernstädt mit 14 Jahren das erste Mal durch den Eiskanal schoss, hatte sie Angst. Eigentlich war sie Kunstturnerin, sogar hessische Meisterin. Aber die Familie zog um nach Bayern. In der Nähe gab es keinen guten Turnverein und Anna entschied sich notgedrungen für einen Wintersport. Sieben Jahre später geht sie ziemlich cool aufs Eis. Sie ist inzwischen Skeleton-Junioren-Weltmeisterin und Polizistin.

Doch erstmal sitzt die 21-Jährige kichernd wie ein Teenager im Olympischen Dorf in Pyeongchang. Mit ihren beiden Teamkolleginnen fühlt sie sich pudelwohl in dem Hochhaus in Pyeongchang. Die Zimmer sind zwar kahl wie im Schullandheim. Doch gemeinsam wird’s gemütlich. Mehrere Sportler teilen sich eine Küche und ein Bad. „Das geht zu wie in einem großen Internat“, findet Anna. Die Kolleginnen vom Rodler-Team haben Poster von den Backstreet-Boys aufgehängt. Anna Fernstädt hat es noch kuscheliger: „Das Wichtigste ist mein Teddy – den habe ich immer dabei!“

Minus zwanzig Grad

Selbst wenn keine Wettkämpfe anstehen, ist für die Sportlerinnen jede Menge zu tun. „Wir laufen, stemmen Gewichte im Kraftraum. Aber wir fahren auch auf der Bahn, dabei werden Videos gedreht. Die sehen wir uns mit den Trainern an, um aus Fehlern zu lernen“, erklärt Anna. Natürlich müssten sie viel schlafen und gut essen, um für den Wettkampf fit zu sein.

Für die Freizeit gibt es ein Zelt voller Spiele und Aufenthaltsräume mit Fernsehern. Draußen herrschen teilweise minus 20 Grad. Deshalb sind die Skeleton-Fahrerinnen froh, dass sie sich viele Wettkämpfe drinnen gemeinsam an der Heizung anschauen können.

Wenn der Kampf um die Skeleton-Medaillen am Freitag um 12.20 Uhr unserer Zeit beginnt, werden die Teilnehmerinnen nicht frieren, obwohl sie dünne Rennanzüge tragen. „Das wird so aufregend“, versichern sie: „Da spürt man keine Kälte!“

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