Traumberuf

Das Stadion ist sein Zuhause

Ahmet Engin in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg.

Ahmet Engin in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg.

Foto: Lukas Schulze

Ahmet Engin ins Profifußballer. Er spielt für den Zweitligisten MSV Duisburg.

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An seinen ersten Fußball kann sich Ahmet Emin Engin noch gut erinnern: „Das war ein blauer ,my toys’-Ball aus Plastik.“ Damals war Ahmet drei Jahre alt. Seitdem hat er eigentlich nicht mehr aufgehört, Fußball zu spielen. Der 22-Jährige ist Mittelfeldspieler beim Zweitligisten MSV Duisburg.

„Das ist mein Zuhause.“ Ahmet steht auf dem Rasen der noch leeren MSV-Arena. Heute Nachmittag werden hier Tausende Fans ihren Verein beim Spiel gegen Greuther Fürth anfeuern. „Das ist schon ein Gänsehautgefühl, wenn man dann hier reinkommt.“

Talentiert und diszipliniert

Fußballverrückt sei er schon immer gewesen, sagt Ahmet. Aber noch in der siebten, achten Klasse habe er sich gar nicht vorstellen können, einmal

Profi zu werden. „Das war einfach zu unrealistisch und zu weit weg.“ Dabei war der Neukirchen-Vluyner schon damals Leistungsträger seiner Mannschaft SV Neukirchen. Er war talentiert, willensstark und diszipliniert. Nach einer kurzen Zwischenstation beim KFC Uerdingen klopfte der MSV an. Ahmet war 15 Jahre alt. Drei Jahre später unterschrieb er seinen Profivertrag. „Dazu gehört neben Talent einfach auch sehr viel Glück“, sagt der 22-Jährige bescheiden. „Wir waren 20 Spieler in der A-Jugend, alle hatten den Traum, Profifußballer zu werden.“ Aber egal ob Glück, Talent oder Ehrgeiz: Fußball ist jetzt Arbeit.

Eine gute Ausbildung

Das heißt jeden Tag Training. In der Sommervorbereitung, also den Wochen vor dem Start der Bundesligasaison, sogar zwei oder drei Mal am Tag.

Es gibt keine einheitlichen Trainingszeiten. Wenn ein Spiel um 18.30 Uhr angesetzt ist, wird in der Woche davor um diese Uhrzeit trainiert. Ist das Spiel am Wochenende darauf schon um 13 Uhr, wird an den vorangehenden Tagen eben mittags trainiert. Damit Kopf und Körper sich darauf einstellen können. Neben dem täglichen Training ist jeder Fußballer für seine Fitness zuständig, sagt der Profikicker. Er arbeitet mehrmals in der Woche mit einem Personal Trainer.

Abitur in der Tasche

Weil im Sport immer etwas passieren kann und durch eine Verletzung der Traum vom Profi-Fußball platzen könnte, hat Ahmet viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt. „Das war eine echt schwierige Zeit für mich, ich war morgens beim Training, bin für die Leistungskursstunden in die Schule gefahren und danach wieder zum Training. Dann vielleicht noch in der zehnten, elften Stunde zum Sportunterricht, Klausuren schreiben, Hausaufgaben nachholen – ich hatte gar keine Freizeit.“ Aber es hat sich gelohnt, der Profi-Spieler hat sein Abitur in der Tasche.

In die erste Liga

Inzwischen verdient er ein Vielfaches von dem, was seine früheren Klassenkameraden wahrscheinlich an Gehalt bekommen. Aber in dieser Hinsicht sei er auf dem Boden geblieben, sagt der MSV-Spieler. Er wohnt bei seinen Eltern, die „darauf achten, dass ich mein Geld ordentlich zur Seite lege.“ Das Beste an seinem Job sei sowieso, „dass wir jeden Tag Fußball spielen dürfen.“

In der Wohnung im Haus seiner Eltern hängen zwei große Leinwände. Auf der einen ist sein erstes Tor in der dritten Liga zu sehen, auf dem anderen Bild der Torjubel des ersten Treffers in der zweiten Bundesliga. Und an der Wand ist noch Platz. Ahmet hat ein Ziel: „Irgendwann in der ersten Bundesliga zu spielen.“

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