Aktivistin Luisa Neubauer von „Fridays for Future“ fordert schnellere Maßnahmen für den Klimaschutz. Jetzt hat sie ihr zweites Buch geschrieben.

„Die Klimakrise ist hier, es ist unübersehbar.“ Diesen Satz sagt Luisa Neubauer ziemlich oft. Die 25-Jährige ist Deutschlands bekannteste Klima-Aktivistin. Sie demonstriert mit „Fridays for Future“ und diskutiert im Fernsehen mit Politikerinnen und Politikern. Sie gibt Interviews und schreibt bei Instagram und Twitter. Dabei wird sie nicht müde zu sagen, dass die Politik viel zu wenig gegen die Klimakatastrophe tue. Es werde zwar viel angekündigt, aber dann würden die Versprechen oft nicht in die Tat umgesetzt.

Gespräch zwischen Alt und Jung

Gerade hat Luisa Neubauer ihr zweites Buch herausgebracht. Sie hat es zusammen mit dem Journalisten Bernd Ulrich geschrieben. Es trägt den Titel „Noch haben wir die Wahl“. Das Besondere an dem Buch ist, dass es ein Gespräch zwischen einem 61-Jährigen und einer 25-Jährigen ist. Bernd Ulrich und Luisa Neubauer gehören zwei Generationen an. Der Ältere ist erfahren und weiß, was in der Vergangenheit schiefgelaufen ist. Die Jüngere ist voller Energie und entschlossen, etwas zu ändern.

Luisa Neubauer spricht immer ganz konkret an, welche Folgen es hat, dass seit Jahrzehnten immer mehr Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt: Gletscher schmelzen, Tier- und Pflanzenarten sterben aus, es gibt mehr Dürren und schlimme Unwetter.

Veränderungen sind schwer umzusetzen

Das Buch von Luisa Neubauer und Bernd Ulrich ist im Tropen-Verlag erschienen und kostet 18 Euro. 
Das Buch von Luisa Neubauer und Bernd Ulrich ist im Tropen-Verlag erschienen und kostet 18 Euro.  © Tropen

Warum sind Veränderungen so schwer umzusetzen? Luisa Neubauer glaubt, dass die meisten Menschen unfähig sind, sich vorzustellen, dass es gerechter und besser auf der Welt werden kann. „Wir Menschen haben diese Tendenz, davon auszugehen, dass es morgen so sein wird wie heute“, schreibt sie. Es sei wie eine Blockade. Aber so vieles sei möglich.

Als Beispiel nennt die 25-Jährige den Beginn der Corona-Pandemie: „Es gab Bilder von der Natur, die sich erholte. Man ging mehr spazieren. Man überlegte, wie man mit den Emissionen umgeht. Es lag etwas in der Luft, das sich anfühlte wie Frühlingserwachen.“ Und heute, ein Jahr später? Luisa Neubauer bedauert, dass sich gefühlt praktisch alles ins Gegenteil verkehrt hat. Die Menschen glaubten, vieles solle verboten werden. Die 25-Jährige dreht das „Nein“ aber andersherum: „Man sagt Ja zu einem gesunden Planeten, Ja zu sauberer Luft und lebenswerten Städten.“

Vorwürfe an Angela Merkel

Große Vorwürfe macht die Klima-Aktivistin unter anderem der Kanzlerin Angela Merkel. Sie habe nicht die richtigen Weichen gestellt. Luisa Neubauer fordert, dass sich in Zukunft alle Parteien gemeinsam für Klimagerechtigkeit einsetzen. Nur dann könne man die großen Probleme lösen.

In diesen Tagen ist sie beim Festival „Kultur ohne Kohle“ am Braunkohletagebau bei Lützerath im Rheinland dabei.