Afrika

Als Helfer aus Essen in der Buschklinik tätig

In der Buschklinik in dem kleinen afrikanischen Land Gambia werden Erwachsene und Kinder behandelt.

In der Buschklinik in dem kleinen afrikanischen Land Gambia werden Erwachsene und Kinder behandelt.

Foto: Kevin Kaut

Essen/Jahaly.   Der Krankenpfleger Kevin Kaut arbeitete zwei Monate in Gambia. Dort sammelte er viele Eindrücke und bekam ein Gefühl für die Menschen in Afrika.

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Kevin Kaut ist 26 Jahre alt und arbeitet als Krankenpfleger im Universitätsklinikum in der Stadt Essen. Er ist dort auf der Herzchirurgie-Station. Eine für ihn ganz besondere Zeit hat er aber nicht in Deutschland, sondern in Afrika verbracht. Kevin hat zwei Monate lang ehrenamtlich in der Buschklinik in Gambia geholfen. Das Land liegt in Westafrika. Der 26-Jährige sagt: „Ich hatte immer schon die Idee, etwas im Ausland machen zu wollen.“

Wunden, Durchfall, Fieber

Die Buschklinik ist eine Gesundheitsstation. Hier werden jedes Jahr Zehntausende Patienten versorgt. Sie kommen mit einer Wunde oder mit Durchfall, sie haben Fieber oder brauchen dringend ein wichtiges Medikament.

„In den staatlichen Krankenhäusern in Gambia gibt es immer zu wenige oder gar keine Medikamente“, erzählt Kevin Kaut. „Die Menschen müssen sie privat in der Apotheke kaufen. In der Buschklinik bekommen sie sie umsonst.“


Viele Kinder dort haben Brandverletzungen. Sie leben mit ihrer Familie oft in einem kleinen Haus, im Schlafzimmer wird Tee gekocht, ein Kind reißt ihn um – und schon sind der Oberschenkel oder die Hand verbrüht. Auch Kinder mit Durchfall werden in der Buschklinik behandelt. Eine solche Erkrankung kann für kleine Kinder schnell lebensgefährlich werden, weil sie dabei viel Flüssigkeit verlieren. Kevin hat auch schlimm entzündete Wunden gesehen, denn manche Menschen in Gambia vertrauen sich lieber einem Medizinmann an und kommen zu spät in die Klinik.

Tabletten gegen Malaria

Wenn die Zeit losgeht, in der viele Menschen Malaria bekommen, ist Hochbetrieb in der Buschklinik. Malaria wird von einer Mücke übertragen. Wer krank ist, hat Übelkeit, Erbrechen, Gliederschmerzen und sehr starke Kopfschmerzen. Dagegen gibt es Tabletten. Wer sehr krank ist, muss auf der Station bleiben.


Für Kevin war es ungewöhnlich zu sehen, dass die Angehörigen bei den Patienten in der Buschklinik übernachten. Nie kam ein Patient ganz allein. Die Angehörigen waschen die Patienten auch, das ist anders als in Deutschland, wo Waschen die Aufgabe der Krankenpfleger ist.


Lebenslustige Menschen leben in Gambia

In Gambia sterben von 1000 Kindern 150 in den ersten fünf Jahren. Das liegt daran, dass das Gesundheitssystem nicht so gut ist. Trotzdem ist Gambia ein Land, in dem die Menschen sehr fröhlich und lebenslustig sind. Das hat Kevin Kaut sehr gefallen, als er da war und nach seiner Tätigkeit noch einen Monat durchs Land gereist ist.

„Die Kinder am Straßenrand haben immer Tubab gerufen, das heißt ,weißer Mann’. Manche haben aber auch geweint, weil sie Angst vor mir hatten.“ Kevins schönste Erfahrung war, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie die Menschen in Afrika ticken und arbeiten. Das ist ganz anders als bei uns in Europa.

>>> INFO: Projekthilfe Gambia

Ein Verein in der Stadt Hattingen betreibt die Buschklinik und einen Kindergarten mit Vorschule in Gambia. Der Verein heißt „Projekthilfe Gambia e.V.“. Er sammelt Spenden und Fördergelder. Immer wieder verbringen junge Menschen als Praktikanten einige Zeit in Gambia, um in der Klinik oder im Kindergarten mitzuhelfen. Infos: www.buschklinik.de

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