Testergebnisse

Pflanzengifte in Kräuter- und Kamillentees nachgewiesen

Kräutertees können mit Pyrrolizidinalkaloiden, einem Pflanzengift, belastet sein.

Kräutertees können mit Pyrrolizidinalkaloiden, einem Pflanzengift, belastet sein.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Hamburg  Tee in Teebeuteln ist häufig mit bedenklichen Pyrrolizidinalkaloiden belastet. Auch viele Bio-Marken schneiden bei Tests schlecht ab.

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Kräuter- und Kamillentees namhafter Hersteller sind teilweise mit Pflanzengiften verunreinigt. Das haben Recherchen und Stichproben des Verbrauchermagazins „Markt“ ergeben, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Montag in seiner Sendung gezeigt hat. Einige Belastungen seien von Experten als gesundheitlich bedenklich eingestuft worden.

Bei einer Laboranalyse wurden in sechs von dreizehn gängigen Kräuter- und Kamillentees aus Supermärkten und Discountern in einer Stichprobe Pflanzengifte entdeckt, die sogenannten Pyrrolizidinalkaloide (PA). Diese können Experten zufolge zu Leberschädigungen und Leberkrebs führen.

Die Gifte sind in Unkraut enthalten, das zwischen den Teekräutern wächst und mit der Ernte in den Tee gelangen kann.

Einige Tees schnitten besonders hoch belastet

Zwar gebe es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert für PA in Lebensmitteln, hieß es. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat jedoch einen Orientierungswert für die Höchstaufnahmemenge errechnet. Dieser liegt bei 0,007 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Ein 70 Kilogramm schwerer Erwachsener sollte demnach die Menge von 0,49 Mikrogramm PA pro Tag nicht überschreiten.

Bei den Untersuchungen für das NDR-Magazin wurden vom Labor jedoch Werte von bis zu 1,7 Mikrogramm PA pro Liter gemessen. Mit einer großen Tasse Tee sei dem Bericht zufolge die Höchstaufnahmemenge schon erreicht.

Einige Tees schnitten in dem Test besonders schlecht ab. Vier von sechs Kräutertees sowie zwei der getesteten Kamillentees waren belastet. Getestet wurden folgende Tees:

• Kamillentee:

von Aldi, Edeka, Lidl und Rewe für jeweils 0,55 Euro

von Alnatura in Bio-Qualität für 1,29 Euro

von Meßmer und Teekanne für jeweils 1,99 Euro

• Kräutertee:

von Aldi, Edeka und Lidl für jeweils 0,89 Euro

von Alnatura in Bio-Qualität für 1,29 Euro

von Meßmer für 1,79 Euro

von Teekanne für 1,99 Euro

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Vor allem Teekanne-Produkte überschreiten den Wert

Schon im Jahr 2016 hatte der NDR Tees testen lassen. Schon damals waren vor allem Kräutertees belastet. In der Zwischenzeit wurden dem „Markt“-Beitrag zufolge die PA-Werte zwar nachweislich gesenkt, in einigen Proben überschreiten sie dennoch den Höchstwert des BfR.

In dem aktuellen Test schnitten vor allem der Kräuter- und Kamillentee von Teekanne schlecht ab. Der Kamillentee überschritt mit knapp 1,7 Mikrogramm PA pro Liter Tee die empfohlene tägliche Aufnahmemenge bei Erwachsenen um das Dreifache. Beim Kräutertee lag der Wert bei 0,84 Mikrogramm pro Liter Tee.

Auch der Kräutertee von Meßmer lag mit 0,75 Mikrogramm pro Liter über dem Höchstwert. Meßmer teilte dem Magazin mit, dass der Tee „kein gesundheitliches Risiko“ darstelle.

Die getesteten Kräutertees von Edeka und Alnatura waren ebenfalls belastet, allerdings liegen die Werte deutlich unter dem BfR-Orientierungswert. (je/epd)

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