Hochwasser

Familie aus Hohenlimburg: „Wir waren auf einmal obdachlos“

Schlamm- und Wassermassen haben die Kellerwohnung von Claudia Streusel und Oliver Ortzeck in Hagen-Hohenlimburg komplett zerstört.

Schlamm- und Wassermassen haben die Kellerwohnung von Claudia Streusel und Oliver Ortzeck in Hagen-Hohenlimburg komplett zerstört.

Foto: Privat

Hagen.  Claudia Streusel war mit ihrer Familie im Urlaub, als die Flut ihre Wohnung in Hohenlimburg komplett zerstörte. Nun stehen sie vor dem Nichts.

Claudia Streusel wohnt „auf dem Berg“, wie sie sagt, „was soll uns da schon passieren?“ Das war ihr erster Gedanke, als sie der Anruf aus im Familienurlaub in Holland erreichte. Als der Vermieter ein Foto von der Eingangstür schickte, schwante ihr Böses. Die Kinderpflegerin setzte sich mit ihrem Partner Oliver Ortzeck und den zweijährigen Zwillingen ins Auto – zurück daheim wurden die schlimmsten Befürchtungen übertroffen. „Unsere 100-Quadratmeter-Kellerwohnung ist komplett zerstört“, sagt Claudia Streusel, „wir haben unser Hab und Gut verloren und waren auf einmal obdachlos.“

Enttäuschung wegen fehlender Versicherung

Gerade erst hatte das Paar sich ein neues Schlafzimmer gekauft – auch das fiel den Schlamm- und Wassermassen zum Opfer. Ernüchternd der Anruf bei der Versicherung: „Es hieß, man könne wegen der fehlenden Elementarversicherung nichts machen“, so Claudia Streusel, „am Ende wurde mir noch ein schöner Tag gewünscht.“

Familie erlebt große Hilfsbereitschaft

Die Familie will eines Tages zurück in ihre Wohnung, wenn diese kernsaniert ist. Nach einem Facebook-Aufruf meldete sich spontan ein Vermieter aus Iserlohn-Letmathe. Claudia Streusel und ihre Lieben können dort so lange wohnen, bis ihr Zuhause kernsaniert ist.

Flutkatastrophe in NRW: Weitere Informationen zur Spendenaktion

Nicht der einzige Lichtblick in den Tagen der nackten Existenzangst. „Wir haben erlebt“, sagt Claudia Streusel. Beim Entsorgen des zerstörten Mobiliars waren Menschen dabei, „die ich vorher noch nie gesehen hatte. Bei jedem neuen Helfer kamen mir die Tränen.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: WAZ-Home

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben