Kulturpolitik

Die Ruhrtriennale ist am Scheideweg

Das Festival in alten Industriehallen hat sich mit besonderer Bühnenkunst etabliert. Fragt sich, ob und wie es sich weiterentwickeln kann

Mehr denn je wird die Ruhrtriennale 2019 ein sehr spezielles Programm für ein sehr interessiertes Publikum bieten. Gerade nach der Krise des vergangenen Jahres, die in heftige Diskussionen um Israel-Boykott und Antisemitismus gipfelten, sollte man sich nun, da das Festival in sein 18. Jahr geht, vielleicht auch noch einmal auf seinen Zweck besinnen. Entstanden ist dieses vom Land NRW mit rund 13 Millionen Euro jährlich ausgestattete Edel-Festival aus der blanken Not, die alten Industrie-Hallen, die durch die Internationale Bauausstellung Emscherpark von 1989 bis 1999 vor dem Abriss bewahrt wurden, irgendwie zu nutzen, zu füllen. So dient auch ein nicht unerheblicher Teil des Triennale-Etats zum Unterhalt dieser Kulissen, die Künstler nach wie vor begeistern und inspirieren.

Ein zweites Salzburg, Avignon oder Edinburgh aber – die großen, international ausstrahlenden Festivals Europas – ist aus dem Ruhrgebiet durch die Triennale bislang nicht geworden. Von dieser anfänglichen Vorstellung sollte man sich nun entweder verabschieden – oder aber die ab 2021 fällige Neubesetzung der Intendanz strikt danach ausrichten.

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