Politik

Streit um die Akw-Laufzeiten

| Lesedauer: 2 Minuten

Berlin. In einer hitzigen Debatte im Bundestag wurde mit der Mehrheit von Schwarz-Gelb beschlossen, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern.

Da die SPD, die Grünen und die Linken gegen diese Laufzeitverlängerung sind, gab es im Bundestag eine heftige Auseinandersetzung. Weil die Regierung den Bundesrat umgehen möchte, wird die Opposition vor dem Bundesverfassungsgericht Klage einreichen. 1998 wurde zum ersten Mal der Ausstieg aus der Atomkraft durch die damalige rot-grüne Regierung beschlossen. Da man die AKW nicht sofort abschalten konnte, wurden bestimmte Laufzeiten für die einzelnen Kraftwerke beschlossen.

Aus Sicht der CDU/CSU und der FDP waren die Laufzeiten jedoch zu kurz bemessen, um den Energieverlust durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Nicht nur die Opposition ist gegen die Verlängerung, sondern auch ein großer Teil der Stadtwerke, die einen Wettbewerbsnachteil auf dem Energiemarkt befürchten.

Des Weiteren ist auch ein Großteil der Bevölkerung dagegen. Weil auch immer noch kein Endlager für den Müll gefunden wurde. Zurzeit wird der Atommüll in Gorleben eingelagert. Seit 1995 gab es bereits zwölf Castor Transporte. Der letzte Atommüll Transport vom 6. November diesen Jahres führte zur größten Demonstration, die das Wendland je gesehen hat.

Rund 50.000 Menschen waren an der Demonstration beteiligt, durch mehrere Sitzblockaden verzögerte sich der Transport erheblich. Nach 91 Stunden war er endlich am Ziel angekommen. Die beteiligte Polizei, die mit insgesamt 16.500 Beamten vor Ort war, hatte größte Mühe, die Demonstranten dazu zu bringen, die Blockaden aufzugeben.

Der gesamte Einsatz wurde durch die Länge teurer als geplant. Jetzt möchte die niedersächsische Regierung einen Teil der Kosten von rund 25 Millionen Euro vom Bund ersetzt haben. Der lehnt jedoch ab. Joachim Herrmann, der Innenminister aus Bayern, würde gerne die Demonstranten am Millionenaufwand beteiligen.

Pia Schleußer, Klasse 10c, Wilhelm-Busch-Realschule Dortmund

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Daten-Archiv

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben