Protest

Es brennt im Altenaer Vinzenz-Krankenhaus

Die Bürger von Altena protestieren gegen die drohende Schließung ihres Krankenhauses. Foto: Rudi Rust

Foto: Rudi Rust

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Altena. Es brennt im Krankenhaus der Stadt Altena! Doch Gefahr droht nicht durch Flammen, sondern Fallpauschalen. So schließt sich die Feuerwehr der Bürger-Gegenwehr an.

Bürgermeister mahnt vor Kirchenpforte

Während der Aufsichtsrat an den letzten Zeilen seiner ersten öffentlichen Stellungnahme feilt, sammelt sich die geballte Bürger-Gegenwehr vor der Kirchenpforte. Zumindest der Absender der E-Mail lässt darauf schließen: Der Pfarrer ist wieder da. In der Menschenkette steht er nicht. Der Bürgermeister mahnt vor der Kirchenpforte: „Wir wollen keine Beschimpfungen vortragen.“

Obwohl er kein Megafon nimmt, bleibt sein Ruf nicht ungehört. Zivil und mit fast schon zu guter Laune über die Riesenresonanz machen sich die Scharen auf, IHR Krankenhaus zu umstellen. Es läuft etwas unkoordiniert. So etwas hat Altena schließlich lange nicht mehr gemacht - zuletzt während des Golfkrieges. Mangels Ordnern ruft Hollstein den Feuerwehrleuten zu, sie sollten sich alle zehn bis zwölf Teilnehmer einordnen. Etwas Feuer ist im Spiel: Die Flamme und viele der Kerzen kommen aus der Pfarrkirche. „Als Zeichen“, wie es Andreas Hollstein formuliert, „wo das Licht eigentlich her kam: aus der christlichen Kirche.

Wattenscheider Arzt im Aufsichtsrat

Stadtkämmerer Stefan Kemper hat sich, wie viele andere Katholiken auch, mit eingereiht. Und er hat ausgerechnet: Wenn auf jedem Meter eine Person steht, müssten 900 Personen zusammen kommen. Es sind mehr - eindeutig. Insbesondere auf Werdohler Straße und der Bornstraße drubbelt sich alles. „Aktion für Aktion“ will der Bürgermeister, dass sich der Druck steigert - „bis wir gehört werden.“

Gegenüber der Presse meldete sich der Aufsichtsrat per Mail zu Wort. Er sehe sich „im Einklang“ mit den Interessen der Altenaer Bevölkerung heißt es darin. Mit der gemeinsam sollten die Probleme des St. Vinzenz angegangen werden. Noch einmal wird eine Pressekonferenz angekündigt. Es würden Maßnahmen ergriffen, die Kommunikation in die Öffentlichkeit zu verbessern. Der Aufsichtsrat kündigt außerdem an, einen Wattenscheider Chefarzt in den Aufsichtsrat zu berufen und einen Krisenausschuss einzurichten.

Der Protest geht weiter: Altenaer sollen dem Bischof ihre Sorgen per E-Mail schildern (Adresse: ruhrbischof
@bistum-essen.de)

1200 Altenaer reihten sich in die Menschenkette rund ums Krankenhaus ein - deutlich mehr als erhofft. Das St. Vizenz Hospital soll geschlossen und in eine Reha-Klinik umgewandelt werden. Dagegen gibt es nun massiven Protest auf der Straße.

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