Den Tagen mehr Leben geben

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Caritas und Hospizdienst bieten jetzt ambulante Palliativpflege an: Die Hilfe setzt da an, wo die Behandlung durch Krankenhaus und Ärzte endet

Dorsten. "Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben". Dieser Ausspruch von Cicely Saunders, die 1967 das erste Hospiz in England gegründet hat, ist das Leitmotiv der Caritas-Sozialstationen Dorsten und Lembeck, gemeinsam mit dem Kooperationspartner Ambulanter Hospizdienst Dorsten ein neues, ambulantes Palliativpflegeangebot zu initiieren. "Seit 1. Mai hat der Caritasverband die Zulassung für diese Maßnahme, jetzt stehen wir in den Startlöchern", sagt Caritas-Geschäftsführer Klaus Schrudde. "Die Hürden für diese Lizenz waren hoch gesteckt", blickt Schrudde auf eine anderthalbjährige Vorbereitungszeit zurück. Fünf examinierte Pflegekräfte in den Diensten der Caritas haben jeweils eine 160-stündige Fortbildung absolviert. Schwerpunkte der Schulung waren neben der Auseinandersetzung mit Tod und Trauer, den spirituellen Aspekten der Pflege (etwa Lebensbilanz, Vorstellungen über ein Leben nach dem Tode) auch körperliche Aspekte der Pflege, Qualitätssicherung und -kontrolle, professionelles Pflegehandeln sowie die Kommunaktion als Grundlage für die Beziehung zwischen Pflegeperson und Patient.

Zwei weitere Voraussetzungen, die erfüllt werden mussten: Die Krankenversicherungen haben mit der Caritas für die ambulante Palliativpflege einen Rahmenvertrag abgeschlossen. "Das heißt: Die Kassen übernehmen nach der ärztlichen Verordnung auch die Kosten für dieses Angebot", erklärt Thomas Kramer, Leiter der Caritas Sozialstation Dorsten. Und: Der ambulante Hospizdienst stellt 15 Ehrenamtliche, die die ausgebildeten Pflegekräfte unterstützen.

Ambulante Palliativpflege - das ist in erster Linie ein Angebot für die Menschen, bei denen aus medizinischer Sicht die Krankheit das Endstadium erreicht hat. Sie setzt also da an, wo die Behandlung durch Ärzte und Krankenhaus endet. "Viele dieser Patienten möchten zu Hause sterben. Das können wir ihnen durch unser Angebot ermöglichen", betonen Kramer und Schrudde. Sie machen aber auch deutlich, "dass wir hier keine Konkurrenz zur Palliativ-Station des Krankenhauses sind. Wir sehen uns als Ergänzung", betonen alle Beteiligten.

Ziel der ambulanten Palliativpflege ist nicht eine Besserung des Zustandes der Patienten, die ohnehin ausgeschlossen ist, sondern eine Linderung der Schmerzen. Und das ist - auf Grund des Rahmenvertrages mit den Krankenkassen - mit einem weitaus größeren zeitlichen Rahmen möglich (also durchaus mit 1,5 Stunden Verweildauer statt 20 Minuten) als bei "normaler" ambulanter Pflege.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben