Essen. An Silvester ist für viele Kliniken Hochbetrieb: Durch den falschen Umgang mit Böllern kommt es jedes Jahr wieder zu gefährlichen Verletzungen.

Wer beim Knallen nicht aufpasst, kann Silvester schnell in der Notaufnahme verbingen. Die Krankenhäuser sind auf Verletzungen durch den falschen Umgang mit Böllern und Feuerwerkskörpern vorbereitet. Jedes Jahr kommen Patienten mit Brandverletzungen, Lärmtraumata und Schnittwunden in die Notaufnahme.

"Die Ärzte sind auf so einen Ansturm vorbereitet", sagt Dr. Andreas Grundmeier, Chefarzt der Kliniken Essen-Mitte. "Falls das Personal nicht ausreichen sollte, haben wir Verstärkung in der Hinterhand." Bis 12 Uhr gehe es in der Notaufnahme noch ruhig zu - danach herrsche Hochbetrieb bis in die frühen Morgenstunden.

Illegale Feuerwerkskörper verursachen häufig Lärmtraumata

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Es kämen viele junge Patienten, meist alkoholisiert und männlich, die einen Böller noch in der Hand gezündet hätten. "Das sind die häufigsten Verletzungen. Hinzu kommen Wunden im Gesichtsbereich", erklärt Grundmeier. "In den vergangenen Jahren konnten wir einen Anstieg von Patienten verzeichnen, die bewusst von jemandem mit einem Feuerwerkskörper abgeschossen worden sind. Das gab es früher nicht so häufig", ergänzt der Chefarzt.

Ob die Verletzungen primär durch Böller ohne Prüfzeichen verursacht wurden, kann Grundmeier nicht feststellen. Denn jeder Feuerwerkskörper könne noch in der Hand explodieren, wenn man nicht richtig aufpasse. Bei illegalen Böllern käme es jedoch häufiger zu Lärmtraumata. "Es kommt auch vor, dass jemand in Scherben tritt oder gegen eine Glastür läuft", so Grundmeier. "Außerdem gehören Verletzungen durch Schlägereien zum Tagesgeschäft an Silvester."

Viele Krankenhäuser setzen zum Jahresende mehr Personal ein

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Einige Kliniken stocken zu Silvester ihr Personal auf, so auch das Bergmannsheil in Bochum: "Um der erhöhten Anzahl an Patienten und deren ärztlicher Versorgung entsprechend gerecht zu werden, steht planmäßig an diesen Tagen mehr Personal in der Notfallversorgung zur Verfügung", sagt Corinna Schön vom Bergmannsheil. Auch hier müssten Wunden an den Händen und Verletzungen durch herumfliegende Feuerwerkskörper am häufigsten behandelt werden.

Im St. Josef-Hospital in Bochum gab es zwar im vergangenem Jahr keine Fälle, bei denen sich Menschen mit Böllern verletzt haben, trotzdem wappnet sich auch dieses Krankenhaus für ein größeres Aufkommen an Unfallpatienten: "Wir werden mehr Ärzte und Pfleger einsetzen", sagt Ulf Stockhaus, Pressesprecher der Klinik. "Es kommt vor, dass wir Patienten mir Brandverletzungen oder Knalltraumata behandeln. Am meisten kommen aber Alkoholpatienten in der Silvesternacht zu uns."