Tanzen auf dem Andrássy Ball in Budapest

Soest.  Szia Budapest! Szia, das heißt „Hallo“ auf ungarisch. Nur eines von vielen Wörtern, die Jana Beckmann für ihre Hospitation lernen musste.

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Szia Budapest! Szia, das heißt „Hallo“ auf ungarisch. Nur eines von vielen Wörtern, die Jana Beckmann für ihre Hospitation lernen musste.

Die Auszubildende der Kreisverwaltung Soest reiste für acht Wochen an die deutschsprachige Andrássy Universität Budapest (AUB), lernte dort den Verwaltungsalltag einer Klein-Universität kennen. Leicht war das nicht immer für die angehende Kreisinspektorin. Was sie erlebte, und wie sie die Herausforderungen meisterte, berichtet die 28-Jährige selbst:

Wieso haben sie sich für Budapest entschieden?

Jana Beckmann: Diese Frage wurde mir häufig gestellt. Auch wenn der ein oder andere etwas skeptisch war, habe ich mich von meinem Vorhaben nicht abbringen lassen. Die größte Stadt Ungarns hat mich schon auf unserer Studienfahrt im ersten Ausbildungsjahr 2015 fasziniert. Daher fiel mir die Entscheidung leicht: Wenn, dann will ich in Budapest hospitieren“.

Und wie kamen Sie an die Andrássy Universität Budapest?

Ich spreche kein Wort Ungarisch – deswegen habe ich mich bei der deutschsprachigen AUB beworben und glücklicherweise direkt eine Zusage für eine achtwöchige Hospitation bekommen. Ich habe dort im Dezernat für Studienangelegenheiten und Internationales gearbeitet. Nachdem der genaue Zeitraum mit der AUB und der Ausbildungsleitung der Kreisverwaltung abgesprochen war, hieß es dann für mich: Schnell einen Flug buchen und auf Zimmersuche gehen. Ende August war es dann soweit. Pünktlich zum ungarischen Semesterbeginn war ich dort.

Gab es trotz deutschsprachiger Arbeit Kommunikationsprobleme mit den Einheimischen?

In den ersten Wochen konnte ich mit den Erasmus Incoming Studierenden an einem Crashkurs teilnehmen, mit dem wir verschiedene kulturelle Einrichtungen besucht und erste Ungarischkenntnisse erworben haben: „Szia! Hogy vagy? Köszönöm jól vagyok.“ Das heißt: „Hallo! Wie geht es dir? Danke, mir geht es gut.“ Hört sich nicht nur kompliziert an, ist es auch. Im anschließenden Sprachkurs konnte ich mein Ungarisch nach und nach verbessern. Ganz hilfreich, wenn man sich in der Stadt orientieren möchte oder gerne weiß, was man eigentlich im Restaurant zu Essen bestellt.

Was ist das Besondere an der AUB?

Im Vergleich zu den anderen Universitäten Budapests ist die AUB eher familiär. Die Dozentinnen und Dozenten kennen die Studierenden – auf jeden Fall vom Sehen. Wahrscheinlich ist das einer der Hauptgründe, warum ich mich dort so schnell eingelebt habe.

Was waren Ihre Aufgaben dort?

Meine Aufgaben im Studienreferat waren vielfältig. Ich habe meine Kolleginnen bei der Immatrikulation und Inskription der Studierenden unterstützt, Protokolle im Senat und der Studienkommission geschrieben, deutschsprachige Texte korrigiert, Korrekturen der Studierendenprofile im elektronischen Studienverwaltungssystem vorgenommen und vieles mehr. Meine Fähigkeiten konnte ich dabei gut einsetzen und weiterentwickeln. Was sich allerdings bei der Arbeit an der AUB als ziemlich kompliziert herausstellte war, dass sowohl das ungarische Hochschulrecht, als auch deutsche Vorgaben, die für die Akkreditierung der Studiengänge notwendig sind, eingehalten werden mussten.

Was war ihr spannendstes Erlebnis in Budapest?

Highlights waren der Andrássy Ball zum Semesterstart und die Feier zum 15. Jubiläum, bei der Viktor Orbán und Edmund Stoiber als Ehrengäste anwesend waren. Die Zeit ging viel zu schnell vorbei. Aber ich bin mir sicher – ich war nicht das letzte Mal in Budapest!

Wie ist es, nach so einer Reise wieder nach Deutschland zurückzukehren?

Die Hospitation hat meinen Blick auf die Möglichkeiten im späteren Berufsleben erweitert. Neue Herausforderungen anzugehen ist zwar immer mit Anstrengung verbunden, aber es lohnt sich. Ab Januar geht es für mich nun wieder an die Fachhochschule nach Münster, um mein letztes Semester zu absolvieren und die Bachelorarbeit zu schreiben. Ich bin schon gespannt, welche Herausforderungen mich anschließend in der Kreisverwaltung erwarten.

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