Handel

Stadtmarketing hält an vier verkaufsoffenen Sonntagen fest

Beim verkaufsoffenen Sonntag zum Frühlingsfest war es im vergangenen Jahr rappelvoll in der Stadt. Auch für 2019 soll dieser Termin beibehalten werden.

Beim verkaufsoffenen Sonntag zum Frühlingsfest war es im vergangenen Jahr rappelvoll in der Stadt. Auch für 2019 soll dieser Termin beibehalten werden.

Foto: Archiv, Volker Speckenwirth

Hattingen.   Das Stadtmarketing schlägt erneut über die gewohnten Termine vor. Auch der KAM ist wieder dabei. SPD und CDU sehen keine Probleme in der Planung.

Verkaufsoffener Sonntag: Kaum ein Thema, das die Gemüter dermaßen erhitzt hat. Quer durch die politischen Parteien wurde kontrovers diskutiert, zugespitzt, teils hitzköpfig debattiert. Jetzt geht die Planung in die nächste Runde. Georg Hartmann vom Stadtmarketing schlägt für 2019 erneut vier verkaufsoffene Sonntage vor. Zuletzt war jeweils der verkaufsoffene KAM-Tag gekippt worden – einmal per Klage von Verdi, einmal von der Politik.

Der erste verkaufsoffene Sonntag soll während des Frühlingsfestes am 14. April stattfinden, der zweite nun wieder beim Kulinarischen Altstadtmarkt (KAM) am 23. Juni, der dritte bei Herbstmarkt und Panhasfest und der letzte während des Weihnachtsmarkts am 15. Dezember. „Es muss ja jedes Jahr wieder ein Antrag an die Verwaltung gestellt werden, die ihn zunächst prüft und dann der Politik zur Entscheidung vorlegt“, sagt Hartmann.

Neue juristische Bedingungen

Der Marketingchef will auf jeden Fall noch einmal in alle Fraktionen gehen und sich den Fragen der Politiker stellen. „Denn es sind immer wieder neue juristische Bedingungen, so dass auch die Begründungen für einen verkaufsoffenen Sonntag wechseln“, sagt er. In den vergangenen Jahren war es so, dass immer ein Fest das Top-Ereignis sein musste und als Begleitung der Handel für fünf Stunden – von 13 bis 18 Uhr – die Pforten öffnen durfte.

Immer wieder sei das Gesetz angepasst worden. „Jetzt hat die schwarz-gelbe Regierung in Düsseldorf das Gesetz geändert. Ausschlaggebend ist nicht mehr an erster Stelle ein Fest. Man kann auch als Anlass nehmen, die Stadt attraktiver machen zu wollen und den örtlichen Handel vor dem Ausbluten zu bewahren“, sagt Georg Hartmann.

Sonntag tut dem Tourismus und dem Handel gut

Die Vorgaben in früheren Jahren hätten ohnehin zu manchmal abstrusen Festen geführt. So gebe es im Herbst in manchen Städten ein Kartoffelfest, was der Anlass für einen verkaufsoffenen Sonntag war. Solche verrückten Erfindungen seien jetzt nicht mehr nötig. „Hattingen ist eine Touristenstadt und sowohl dem Handel als auch dem Tourismus tut ein solcher Sonntag gut“, betont der Marketing-Chef.

Manfred Lehmann, Vorsitzender der SPD, sieht grundsätzlich kein Problem darin, wenn es denn bei vier Sonntagen bleibt. „Wir werden in der Fraktion natürlich das Thema unter den neuen Voraussetzungen noch einmal diskutieren. Und nach wie vor halten wir es so, dass es jedem freigestellt wird, wie er entscheidet, das haben wir immer so gemacht.“

„Reines Funktionärsgehabe“

CDU-Chef Gerhard Nörenberg wird das Thema in der Fraktion beraten lassen, sieht aber persönlich keine Probleme. „Ich halte vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr für angemessen, es tut dem Handel gut und die Touristen, die nach Hattingen kommen, freuen sich ebenfalls. Was sich in der Vergangenheit zuungunsten des Handels abgespielt hat, war reines Funktionärsgehabe.“

Er selbst habe Gespräche mit Verkäuferinnen und Verkäufern geführt und festgestellt, dass fast alle ausgesprochen gerne an einem solchen Tag arbeiten. Und wer nicht möchte, der muss ja nicht. „Außerdem hat man uns eine Liste mit mehr als 100 Unterschriften von Einzelhandelsmitarbeitern vorgelegt, die sich eindeutig für die verkaufsoffenen Sonntage ausgesprochen haben.“

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