RWO-Gegner Greuther Fürth

Serie trifft Torfabrik

Foto: imago sportfotodienst

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Oberhausen. Rot-Weiß Oberhausen muss am Sonntag ins Fürther Playmobilstadion. Die dortige Heimmannschaft sit die Torfabrik der Zweiten Liga. RWO hofft auf seine Serie.

Die Spvgg. Greuther Fürth hat 2008/09 die meisten Tore in der 2. Fußball-Bundesliga geschossen, letzten Sonntag den Heimnimbus des 1. FC Kaiserslautern auf dem Betzenberg mit 2:1 zerstört, steht in der Tabelle auf dem Relegationsplatz drei, peilt mit Macht den Aufstieg in die 1. Bundesliga an, ist dienstältestes Mitglied der 2. Liga, verlängerte vor ein paar Tagen den Vertrag mit seinem Hauptsponsor bis 2018 (!) - und erwartet Sonntag den SC Rot-Weiß Oberhausen.

Seit der schmerzhaften und höchsten Saisonniederlage mit 0:4 gegen Greuther Fürth im Hinspiel gilt die RWO-Abwehr als stabiler. Das ist auch vonnöten bei Klassestürmern wie Sami Allagui (13 Tore), Stefan Reisinger (11) und Bernd Nehrig (5). Torverhältnis Fürth 47:30, RWO 25:34.

Im Play-Mobilstadion (14 500 Plätze) lief dennoch für das Team von Trainer Benno Möhlmann (54) nicht alles plangemäß. Es gab zwar nur eine Heimniederlage - mit 0:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern. Vier Mal musste sich Greuther-Fürth zu Hause mit Punkteteilungen bescheiden: 1:1 gegen Wehen-Wiesbaden, Alemannia Aachen und SC Freiburg sowie 0:0 gegen FSV Frankfurt.

Immer, wenn die beiden Kleeblätter gegeneinander spielen, lebt die gemeinsame Vergangenheit auf. Drei Fürther Nationalspieler hatten direkt oder indirekt mit RWO zu tun: Torwart Teddy Lohrmann (drei Länderspiele) war wiederholt Trainer der Kleeblätter.

Hans Fiederer (sechs) spielte während des Krieges mit den Rot-Weißen Werner Günther und Paul Scholz in der berühmten Pariser Soldatenelf. Bruder Leo Fiederer (1) zeigte Ende der 20er Jahre am Vinzenzhaus seine überragenden Fußballkünste.

Vier Niederlagen und zwei Siege, das ist die Bilanz der Rot-Weißen gegen die weiß-grünen Franken. Aus dem Rahmen fällt der 1:0-Sieg für RWO in der Saison 2003/04 in Fürth. Torschütze war Sasa Radulovic, Torwart bei RWO Oliver Adler. Das zweite 1:0 schaffte RWO ein Jahr später im Stadion Niederrhein mit Torwart Oliver Adler und Benjamin Reichert (89. für Stijn Haeldermans), Torschütze Anthony Tieku Ansonsten gewann Fürth 3:2, 3:1, 3:2 und 4:0.

Fürth und RWO gelten als die Kleeblätter. Was, fragte RWO-Präsident Peter Maaßen gern an der Klubhaustheke augenzwinkernd und in launiger Runde, haben wir den Süddeutschen voraus? Antwort: Das Fürther Wappen hat nur drei Kleeblätter, das von RWO aber vier.

Bis vor ein paar Jahren zierten auch noch drei Sterne das Fürther Vereinsemblem - für die gewonnenen Deutschen Meisterschaften 1914, 1926 und 1929. Gemäß DFL-Regel musste Fürth die Sterne wieder entfernen.

Aus gutem Grund bejubelt die Spvgg. Greuther Fürth ihre beneidenswerte aktuelle Planungssicherheit. Seit 1997 spielt der Verein in der 2. Bundesliga (bevorzugt einstelliger Tabellenplatz). Hauptsponsor KarstadtQuelle (Versicherungen) hat jetzt den bestehenden Vertrag bis 2018 verlängert. Das ist von der Laufzeit her Rekord in der Bundesliga - und gilt als Vorschuss für den heiß ersehnten Aufstieg.

Trainer Benno Möhlmann arbeitet mit einem Kader von 28 Spielern. Bis auf drei von ihnen sind in dieser Saison schon alle eingesetzt worden. Die Profis mit hohem Marktwert sind der derzeitige Torschützenkönig und Deutsch-Tunesier Samir Allagui (1,4 Mio. Euro) mit 13 Treffern und Stefan Reisinger (11 Tore/1,0 Mio. Euro). In allen 22 Spielen wurden bislang eingesetzt Samir Allagui, Thorsten Burghardt und Daniel Felgenhauer.

Stefan Reisinger, beim 4:0 gegen RWO zweifacher Torschütze, fühlt sich „in der Form seines Lebens”. Neben elf Toren sind bei ihm sieben Torvorlagen notiert. Mit fünf Treffern führt er in der Rückrunde die Liste der Zweitligatorjäger an.

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