Mensch am Mittwoch

Pfalzdorf – das gallische Dorf, das oft Widerstand leistet

Katharina Pleines aus Goch Pfalzdorf im Portrait

Katharina Pleines aus Goch Pfalzdorf im Portrait

Foto: Anke Gellert-Helpenstein

Pfalzdorf.   Katharina Pleines steht seit Jahren dem CDU Ortsverband Pfalzdorf vor, ist engagierter Familienmensch und hat die Liebe zum Ort vom Vater geerbt

Im Licht der Abendsonne hat der Arbeitsplatz von Katharina Pleines etwas sehr Romantisches. Seit September 2018 ist sie Fachbereichsleiterin an der Wasserburg Rindern. Frauen, Senioren, Gesundheit und Prävention sind ihr Ding im Hauptberuf als studierte Pädagogin. Nach langer Elternzeit hat die Mutter und Frontfrau der Pfalzdorfer Patchworkfamilie Pleines ihren Hut in den Ring geworfen, als genau dieser Posten an der Wasserburg besetzt werden sollte.

Sprung in den „Ganztagsjob“ nicht bereut

Es hat funktioniert und die sympathische Pfalzdorferin (Jahrgang 1975) hat den Sprung in den „Ganztagsjob“ nicht bereut. Zuvor war sie von 2010 bis 2018 Fachbereichsleiterin im Bildungsforum Kleve. „Jetzt ist die Zeit für uns alle, um auch Abnabelungsprozesse zu durchleben“, weiß sie und meint damit nicht nur beispielsweise ihre beiden 14-jährigen Zwillinge, sondern durchaus auch sich selbst.

Großes politisches Engagement

Dabei hat sie wirklich (immer schon) viel „um die Ohren“, wie der Niederrheiner sagt. Familie, Ehemann mit Baumschulbetrieb, Eltern, Beruf und auch ihr großes politisches Engagement gilt’s unter einen Hut zu bringen. Aber auch das klappt. Pleines hat gelernt, sich zurück und selbst nicht so wichtig zu nehmen. Das Schicksal eines krebskranken Kindes zwang sie dazu, genau das zu lernen.

Ein absolutes Muttertier

„Ich bin halt schon ein absolutes Muttertier. Aber ich bin auch zäh, kann viel aushalten und einstecken“, verrät sie im Gespräch mit der NRZ. „Allerdings kann ich auch austeilen. Direkt, offen, bestimmt, aber freundlich.“ Katharina Pleines hasst es, wenn es Mauscheleien hinter ihrem Rücken gibt. „Das geht gar nicht. Man muss sich immer mit offenem Visier begegnen!“

Rückhalt für ihr anstrengendes Berufs- und Politikleben fand und findet sie stets in der Familie und in Pfalzdorf. „Die Liebe zu Pfalzdorf habe ich von meinem Vater Johannes Verhoeven gelernt“, erzählt sie. Letztlich auch die Liebe zum Weltgeschehen und der lokalen Politik. Nicht meckern, sondern machen, fordert auch sie.

15 Jahre Gocher Stadtrat

Und sie „macht“ schon ziemlich lange: In diesem Jahr wurde sie zum neunten Mal Vorsitzende der Pfalzdorfer CDU. Sie ist im 15. Jahr im Gocher Stadtrat vertreten. „Angefangen habe ich, als ich mit meinen Zwillingen schwanger war“, erinnert sie sich. „Da haben schon einige gesagt: Was machst du hier, willst du dich nicht lieber zu Hause um die Kinder kümmern?“

Ja, wollte sie, hat sie auch. Aber ihre Mutter unterstützte sie, spielte Tagesmutter für alle Enkel, wenn die Politik rief. „Ich wurde immer unterstützt und gefördert“, ist sie ihrem Elternhaus dankbar.

Tischgespräche bei gemeinsamen Mahlzeiten

Und sie gibt weiter, was sie gelernt hat: Tischgespräche bei gemeinsamen Mahlzeiten, Interesse für politisches Engagement wecken, selbst aktiv werden. Katharina Pleines hat Freude daran. „Wir sind vier Pfalzdorfer im Gocher Stadtrat. Wir kommen uns oft vor, als sei Pfalzdorf das gallische Dorf, das Widerstand leistet“, lacht sie.

„Unser Dorf ist uns wichtig. Der Sportverein VfB Alemannia Pfalzdorf, der verbesserungswürdige Zustand der Straßen und Radwege, Schulen, Kindergärten und mehr. Wir leisten Widerstand, wo es sein muss und schauen, dass Pfalzdorf gut vertreten wird.“

Echte Auszeiten leisten sich die Pleines’ selten, aber regelmäßig: Borkum-Reisen. Jene Insel, die die Familie durchatmen lässt. Ein zweites Zuhause. Fast so gut wie Pfalzdorf. Zwei Wochen im Jahr.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben