Schwurgericht

Mutter erstochen: Lange Haftstrafe für 53-jährige Frau

Das Schwurgericht hält die Täterin für allgemeingefährlich und schickte sie parallel zur Haftstrafe unbefristet in eine geschlossene Psychitarie. Dort lebt sie jetzt schon.

Das Schwurgericht hält die Täterin für allgemeingefährlich und schickte sie parallel zur Haftstrafe unbefristet in eine geschlossene Psychitarie. Dort lebt sie jetzt schon.

Foto: STEFAN AREND

Bochum.   Weil sie ihre Mutter mit einer Schere umgebracht hat, ist eine Frau zu fast fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sie ist psychisch krank.

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Die Angeklagte (53) wollte Freispruch; ihre Mutter (83) habe sich selbst mit einer Schere getötet. Aber das Schwurgericht ist überzeugt, dass sie selbst ihre Mutter erstochen hat. Wegen Totschlags wurde die Frau am Dienstag zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Zudem ordneten die Richter die unbefristete Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie an, weil die Angeklagte eine „chronische Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis“ und „Wahn-Erleben“ habe. Sie war vermindert schuldfähig.

Zwei Tage mit der Leiche in einer Wohnung gelebt

Laut Urteil hatte die 53-Jährige ihrer Mutter um den 16. Oktober 2017 herum in deren Wohnung an der Vorwärtsstraße in Wattenscheid eine Haushaltsschere in die Brust gerammt. Die Seniorin verblutete. Außerdem fügte die Täterin dem Opfer 15 Stich- und Schnittverletzungen auf dem Kopf zu. Nachher lebte sie zwei weitere Tage in der Wohnung, obwohl ihre Mutter tot auf dem Wohnzimmersofa saß. „Ein bizarres Verhalten“, so der Richter. Tatmotiv sollen Streitigkeiten gewesen sein. Ende Oktober hatten besorgte Nachbarn die Polizei gerufen. Beamten fanden dann auf dem Sofa die teilweise verweste Leiche.

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