GERICHT

Mehrfachdiebin aus Hattingen bleibt in Haft

Vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Hattingen musste sich eine 32-jährige, in Hattingen lebende Polin

Vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Hattingen musste sich eine 32-jährige, in Hattingen lebende Polin

Foto: Walter Fischer

HATTINGEN.   Schöffengericht verurteilt 32-Jährige zu 16 Monaten ohne Bewährung. Aus Läden hatte sie Parfüm, Zigaretten, Kleidung und mehr Waren entwendet.

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Ladendiebstähle gehörten zum Alltag der 32-Jährigen. Allein zwischen Juni 2017 und Januar 2018 soll sie bei 13 Delikten Parfüm, Zigaretten, Kleidung, Genussmittel und weitere Waren im Gesamtwert von rund 1600 Euro entwendet haben – in Geschäften in Hattingen und Essen. So lautete die Anklage gegen die Frau, wegen der sie sich am Mittwoch vor dem Schöffengericht verantworten musste.

Seit März bereits sitzt die schon mehrfach wegen Diebstahls verurteilte Angeklagte, die im Tatzeitraum zudem unter Bewährung stand, in Untersuchungshaft. Die neuen gegen sie erhobenen Vorwürfe räumte sie dabei weitgehend ein, lediglich mehrere Dutzend Rollen Brausetabletten wollte sie nicht aus einem Geschäft in Welper gestohlen haben. Und die der 32-Jährigen ebenfalls zur Last gelegte gefährliche Körperverletzung gegen ihren Ex-Mann, dem sie im März vergangenen Jahres durch einen Schlag mit einem Kochtopf eine Platzwunde am Kopf zugefügt hatte, sei aus Notwehr erfolgt, erklärte ihr Verteidiger, Rechtsanwalt Tim Salewski.

Beziehung zum Ex-Mann führte immer wieder zu Entgleisungen der Angeklagten

Die Beziehung zu ihrem Ex-Mann sei es auch gewesen, die immer wieder Entgleisungen der Angeklagten zur Folge gehabt habe, verlas Richter Johannes Kimmeskamp aus Berichten der Bewährungshelferin. Regelmäßig habe es Alkoholexzesse in ihrer Wohnung gegeben – gemeinsam mit ihrem Ex-Mann und ihrem neuen Lebensgefährten. Trotz zahlreicher Hilfsangebote – darunter einer stationären Therapie – reichten die Mittel der Bewährungshilfe nicht, um die Mutter eines sechsjährigen Jungen zu stabilisieren, ihr eine Perspektive zu eröffnen.

Antrag auf Hartz IV vor einiger Zeit vergessen zu erneuern

Derweil erklärte die Angeklagte, sie habe sogar ihren Antrag auf Hartz IV vor einiger Zeit „vergessen zu erneuern“. Seitdem habe sie kein eigenes Geld mehr, werde nur von der Mutter und dem Freund unterstützt.

„Was ist Ihr Problem?“ fragte Kimmeskamp. „Warum können Sie die Hilfe, die man Ihnen anbietet, nicht annehmen?“ – „Weil ich wieder psychisch in den Keller geraten bin.“

Dass sie und ihr Ex-Mann sich „immer wieder“ gestritten hätten, gab die Angeklagte an; und dass dieser sie mehrfach geschlagen habe. Beim Kochtopf-Vorfall im März 2017, als er ihre Wohnung trotz Verbots aufgesucht habe, habe es sie nach einem erneuten Streit, bei dem sie sich bedroht gefühlt habe, „irgendwann übermannt“.

Eine spürbare Strafe

Die Ermittlungen gegen diese Tat (zu der sich als Zeuge geladene Ex-Mann nicht äußern wollte) ebenso wie die gegen den von der Angeklagten bestrittenen Diebstahl stellte das Gericht am Ende vorläufig ein. Für die übrigen Diebstähle, darunter nach Ansicht des Gerichtes mehrere gewerbsmäßige mit dem Ziel, die gestohlene Ware weiterzuverkaufen zur Sicherung des Lebensunterhaltes, wurde die 32-Jährige zu 16 Monaten Haft verurteilt – ohne Bewährung. Angesichts der Vielzahl der Diebstähle, so Richter Kimmeskamp, „muss irgendwann eine spürbare Strafe folgen“.

>>> BESONDERS SCHWERER FALL DES DIEBSTAHLS

In besonders schweren Fällen wird Diebstahl mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

Ein besonders schwerer Fall des Diebstahls liegt laut Paragraf 243 des Strafgesetzbuches dabei in der Regel unter anderem dann vor, wenn der Täter gewerbsmäßig stiehlt.

Ausgeschlossen ist ein besonders schwerer Fall des Diebstahls bei geringwertigen Sachen mit einem Wert von unter 25 Euro.

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