Stadtbibliothek

Kinder lernen in der Schreibwerkstatt lebendig zu schreiben

Besprechen ihre Einfälle: Mona (10) und Alina (9). Jungen und Mädchen lernen unter Anleitung der Autorin Pia Hellferich, Geschichten zu schreiben in der Schreibwerkstatt in derStadtbibliothek. Fotos:Bastian Haumann

Besprechen ihre Einfälle: Mona (10) und Alina (9). Jungen und Mädchen lernen unter Anleitung der Autorin Pia Hellferich, Geschichten zu schreiben in der Schreibwerkstatt in derStadtbibliothek. Fotos:Bastian Haumann

hattingen.   Autorin Pia Hellferich zeigt 14 Teilnehmern, eigene Geschichten zu entwickeln. Ein Mädchen lässt eine schlaue Katze den Mixer anmachen.

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Wie schreibe ich besonders lebendig? Wie kann ich Spannung erzeugen? Wie soll meine Figur aussehen? Fragen wie diese hört Pia Helfferich (41) ziemlich oft. „Geschichten schreiben ist wie Geige spielen“, ist die Autorin und Schreibtrainerin überzeugt. „Man kann es lernen.“ Sie leitet die Schreibwerkstatt für Kinder und Jugendliche, die regelmäßig in der Stadtbibliothek stattfindet. Sechs- bis 14-Jährige sollen lernen, mit Sprache zu spielen. „Schreiben wie gemalt“ lautet das Motto.

Zehn Mädchen und vier Jungen nehmen an der vierten Schreibwerkstatt teil. Sie war innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Die Idee hinter dem Projekt: „Für alle Interessen gibt es Kurse. Allein hier in der Umgebung existieren hunderte Sportvereine und Musikschulen. Doch Schreiben kann man fast nirgendwo lernen“, erklärt Heike Bein, stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek.

Figuren und Namen finden

Auch in der Schule komme das kreative Schreiben zu kurz: „Im Lehrplan ist oft einfach kein Platz dafür.“ Durch die Schreibwerkstätte erhalten Jungen und Mädchen einen Ansprechpartner, der ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht und ihnen hilft, eigene Geschichten zu entwickeln. „Wir lassen Figuren durch Beschreibungen lebendig werden. Wir erfinden Schauplätze, die so echt wirken, dass man sie beinahe betreten kann“, verspricht Helfferich. Nach der letzten Kursstunde soll es eine Präsentation geben, in der die Teilnehmer ihre Texte vorstellen können.

An diesem Freitag trifft sich die Gruppe zum zweiten Mal. Heute wird es um Figurenentwicklung gehen. Zuerst sollen die Jungen und Mädchen überlegen, wie ihre Hauptfigur heißen könnte. „Überlegt, was die Hintergrundgeschichte zu dem Namen sein könnte. Ist es euer eigener Spitzname? Habt ihr ihn woanders schon mal gelesen?“

Figuren und ihre Eigenschaften

Lange überlegen müssen die meisten nicht. „Meine Figur ist ein Mädchen, sie soll Patricia heißen“, steht für Alina (9) schnell fest. „Den Namen kenne ich aus einem Barbie-Film und ich finde ihn total schön.“ Amina (12) geht die ganze Sache etwas anders an. Sie hat sich dafür entschieden, eine Tiergeschichte zu schreiben. „In meinem Text ist die Hauptfigur eine Katze und sie heißt Oreo. Wie der Keks“, erzählt sie. „Ich habe auch eine Katze, die so heißt. Sie ist schwarz mit weißen Flecken. Deshalb der Name Oreo.“

Nun weist Pia Helfferich die Gruppe an zu überlegen, welche Eigenschaften die Figur haben könnte. Auch dazu hat Amina eine kreative Idee. „Meine Katze ist anders als andere, sie ist schlauer. Sie kann die Fernbedienung bedienen und den Mixer anmachen.“ Helfferich ist zufrieden. „Ich mache den jungen Leuten keine genauen Vorschriften“, erklärt sie. „Jeder kann schreiben, was er möchte. Je kreativer es ist, desto besser.“

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