Gambiahilfe

Hattinger Sonderbotschafter trifft den Präsidenten Gambias

Gespräche in Gambia: Matthias Ketteler, Präsident Adama Barrow, ♥Charles M’bye, Vorstand Project Aid The Gambia, Partnerverein der Projekthilfe und Christian Göken, Vorstand von Riverboat Doctors international (v.l.).

Gespräche in Gambia: Matthias Ketteler, Präsident Adama Barrow, ♥Charles M’bye, Vorstand Project Aid The Gambia, Partnerverein der Projekthilfe und Christian Göken, Vorstand von Riverboat Doctors international (v.l.).

Foto: PDW

Hattingen.   Der Hattinger Matthias Kettler hat vier Projekte, mit denen er die medizinische Versorgung in dem ostafrikanischen Land nach vorne bringen will.

Voller Tatendrang ist der Sonderbotschafter aus Gambia zurück in Hattingen. Matthias Ketteler, dem von dem ostafrikanischen Staat tatsächlich dieser Status verliehen wurde und der jetzt dessen Präsident traf, hat den Auftrag der Regierung bekommen, sich um die medizinische Versorgung im ländlichen Bereich zu kümmern. Denn die ist denkbar schlecht, vor allem die Versorgung mit Medikamenten.

Ketteler möchte das System in dem Land umstellen. Bisher besteht der Staat darauf, dass es Medikamente für die Bevölkerung kostenlos gibt. „Das Problem ist aber, dass man überhaupt keine Medikamente bekommt“, sagt Ketteler.

„Daher lassen sich in den Gesundheitscentern private Apotheken nieder, in denen Krankenpfleger Medikamente verkaufen und auf diese Weise mehr Geld verdienen als in ihrem eigentlichen Beruf.“ Das hat zur Folge, dass die arme Bevölkerung viel Geld für ihre Gesundheit auf den Tisch legen muss, auf der anderen Seite fehlt in den Krankenhäusern das dringend benötigte Pflegepersonal.

Medikamente sollen preiswert sein

Der Hattinger hat mehrere Ideen, die er in Zukunft umsetzen möchte. Der erste Vorschlag: In einem Feldversuch im ehemaligen Bochumer Krankenhaus, Medikamente preiswert an die Bevölkerung abzugeben. „Die Medizin könnte man ja in großem Stil einkaufen. Dann würden die Menschen nur kleines Geld für ihre medizinische Versorgung bezahlen, den teuren Apotheken würde der Boden entzogen und Schwestern und Pfleger würden wieder in ihren Beruf zurückgehen, in dem sie dringend gebraucht werden.“

Zweitens soll eine App hergestellt werden, die viele Daten der Bürger sammelt: Zum Beispiel Erkrankung, Symptome, Geschlecht, Medikamenteneinnahme und wie viele Medikamente ausgegeben wurden. „Diese Daten sollen an einen zentralen Server in der Hauptstadt geschickt und dort gesammelt werden. Das ist auch im Sinne der Weltgesundheitsorganisation, die auf diese Weise schnell reagieren kann, weil man dann früh erkennt, dass Epidemien ausbrechen. Das kann man daran sehen, dass bestimmte Medikamente plötzlich vermehrt bestellt werden“, sagt Matthias Ketteler.

Medizinische Second-Hand-Geräte

Als dritte Idee will Ketteler nach Sponsoren für die ungefähr 30 Gesundheitszentren in Gambia suchen. Denn diese Zentren müssen im Grunde dringend renoviert werden. „Wir wollen versuchen, über zehn Jahre Patenschaften zu schaffen und wollen diese Informationen als Konzept verkaufen. Daran arbeitet die Projekthilfe Gambia, die aus Deutschen und Afrikanern besteht.

Das vierte ehrgeizige Projekt gilt den Krankenhäusern, die in jeder Weise große Probleme haben. „Hier in Deutschland schließen viele Krankenhäuser, man kommt also an Second-Hand-Geräte. Wir wollen versuchen, Kontakt zu Herstellern von medizinischen Geräten zu knüpfen und Kooperationen mit hiesigen Krankenhäusern und Krankenkassen auf die Beine zu stellen. Die könnten mit einem Training das afrikanische medizinische Personal schulen, so dass die Patienten in Gambia auch in den Genuss moderner Medizin kommen“, so Kettelers Überlegung.

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