Öffentliche Kunst

Hattinger Skulptur von Karl Prasse wird verschrottet

Das Kunstwerk „Durchdringung III“ von Karl Prasse, aufgestellt 1969, liegt verrostet auf dem Gelände der LEG am Reschop

Das Kunstwerk „Durchdringung III“ von Karl Prasse, aufgestellt 1969, liegt verrostet auf dem Gelände der LEG am Reschop

Foto: Fischer

Hattingen.   An dem Kunstwerk „Durchdringung III“ von Karl Prasse in Hattingen ist eine Reparatur nicht mehr möglich. Auch Museen zeigten kein Interesse.

Hattingen hat bald ein öffentliches Kunstwerk weniger. Die Skulptur „Durchdringung III“ von Karl Prasse wird aufgrund massiver Schäden entfernt.

Seit Anfang Februar des Jahres 1969 steht das Stahlobjekt des Duisburger Künstlers in der Wohnsiedlung an der Straße Reschop. Bereits vor einiger Zeit war die Skulptur eingezäunt worden. „Bei unseren regelmäßigen Verkehrssicherheitsbegehungen war uns leider aufgefallen, dass die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet werden konnte, so dass wir vorsorglich im ersten Schritt einen Zaun aufgestellt hatten“, sagt Mischa Lenz, Sprecher der LEG Immobilien AG, der Grundstück und Skulptur gehören.

Kein Museum wollte das Kunstwerk haben

Mehrfach hatte das Kunstwerk zuvor den Besitzer gewechselt. In Auftrag gegeben hatte es die Rheinstahl Hüttenwerke AG. An der Entstehung waren damals auch Lehrlinge der Henrichshütte beteiligt, die das Stahlblech nach den Vorstellungen des Künstlers bearbeitet hatten. Bei der Einweihung war Karl Prasse selbst anwesend, erklärte, dass die Elemente die Stockwerke der Häuser symbolisieren und gleichzeitig aufzeigen, dass die menschlichen Beziehungen ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft seien.

Nun ist die Plastik dem Rost zum Opfer gefallen. „Da die Skulptur komplett durchgerostet ist, kam eine Reparatur leider nicht mehr infrage“, bedauert LEG-Sprecher Lenz. Lars Friedrich von Heimatverein Hattingen hatte angekündigt, intervenieren zu wollen, sollten die Besitzer die Skulptur einfach an einen Altmetallhändler loswerden wollen.

Lenz beteuert, man habe versucht, das Kunstwerk zu retten: „Von den verschiedenen Museen, die wir angeschrieben haben, hat leider keines Interesse an dem Kunstwerk.“ Daher werde die Skulptur – in Abstimmung mit der Stadt Hattingen – innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen entfernt.

Zweite Prasse-Skulptur in Hattingen

„Kunst im öffentlichen Raum ist mit Kosten verbunden“, weiß Lars Friedrich. Es sei schade, dass sich lange niemand gekümmert habe. „Man sieht in Welper, dass es auch anders geht“, erklärt er. Auf dem Bebelplatz steht die zweite Skulptur von Karl Prasse. Sie ist im Besitz der Stadt. „Das Kunstwerk wird einmal jährlich auf Verkehrssicherheit überprüft. Dabei ist bislang nichts negativ aufgefallen, so dass derzeit keine Instandsetzung geplant ist“, sagt Stadtsprecherin Jana Golus.

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