Mondfinsternis

Hattinger freuen sich auf die totale Mondfinsternis

Den Himmel im Blick: Michael Maucksch ist Vorsitzender des Vereins Volkssternwarte Hattingen und freut sich auf die totale Mondfinsternis am heutigen Freitag.

Den Himmel im Blick: Michael Maucksch ist Vorsitzender des Vereins Volkssternwarte Hattingen und freut sich auf die totale Mondfinsternis am heutigen Freitag.

Foto: Manfred Sander

Hattingen.  Nicht nur Astronomen fiebern dem Himmelsspektakel entgegen. Der Verein Volkssternwarte rät, sich unbedingt einen erhöhten Standort zu suchen.

Die längste Mondfinsternis in diesem 21. Jahrhundert findet am heutigen Freitag statt. Darauf weist Michael Maucksch hin. „Es wird eine totale Mondverfinsterung geben“, kündigt der Vorsitzende des Vereins Volkssternwarte Hattingen begeistert an.

103 Minuten soll sie dauern. „Sie beginnt um 21.30 Uhr und endet um 23.13 Uhr“, erläutert Maucksch. Er weiß aber auch, dass die Mondfinsternis in Hattingen nicht ganz einfach zu beobachten sein wird. „Der Vollmond kommt erst kurz vor Beginn der totalen Phase im Südosten über den Horizont. Er geht in unserem Bereich erst um 21.19 Uhr auf“, erklärt der Hobby-Astronom. Zum Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung um 22.22 Uhr steht der Mond dann gerade einmal sieben Grad über den Horizont. „Man benötigt also einen freien Horizontblick, am besten von einem erhöhten Standort“, so Maucksch.

Hoffen auf Zeitraffer-Aufnahmen

Die genauen Zeitangaben zur Mondfinsternis: Der Mond tritt um 19.13 Uhr in den Halbschatten ein, um 20.24 Uhr dann in den Kernschatten. Der Wiederaustritt aus dem Kernschatten ist um 0.19 Uhr am 28. Juli, der Austritt aus dem Halbschatten um 1.30 Uhr.

Maucksch erklärt: „Eine totale Mondfinsternis entsteht, wenn der Mond vollständig durch den Kernschatten der Erde läuft. Die Erde steht dann also genau zwischen Sonne und Mond. Bei einer totalen Mondfinsternis wird der Mond aber nicht völlig verdunkelt, sondern er erscheint dunkelrot.“

Doch das ist nicht der einzige Höhepunkt der Nacht. Etwa sechs Grad unterhalb des rot leuchtenden Mondes steht am 27. Juli dann nämlich der Rote Planet, der Mars. „Wir haben es mit einer außerordentlich günstigen Marsopposition zu tun“, kündigt Maucksch an.

Spektakel im Urlaub ansehen

Denn der Mars – dessen Abstand zur Erde immer stark schwankt – ist an diesem Tag so nah an der Erde wie selten. Er steht in Opposition zur Sonne und erreicht „mit -2.8 mag (Magnitude, Anmerkung der Redaktion) fast seine größte überhaupt mögliche Helligkeit und übertrifft sogar den Jupiter an Glanz. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.“

Eine öffentliche Veranstaltung anlässlich dieses Himmelsspektakels will der Verein nicht durchführen – auch weil Sommerferien sind. Maucksch selbst wird am 27. Juli nicht in Hattingen sein. Der Lehrer fährt in Urlaub – lässt sich aber dort dieses seltene astronomische Ereignis nicht entgehen.

Wolkendecke ist ein Risiko

Da er wenige Tage zuvor am Ferienort ankommt, will er sich schnell ein geeignetes Plätzchen zur Beobachtung suchen. Und eigentlich will er auch mehr: Da inzwischen viele Vereinsmitglieder in der Astro-Fotographie sehr versiert sind, möchte Maucksch die Finsternis möglicherweise mit Zeitraffer-Aufnahmen festhalten.

Die könnte er dann ja bei der inzwischen „23. HATT – Ausstellung für Amateurastronomen“ am Samstag, 24. November, in der Gebläsehalle interessierten Bürgern zeigen. Oder schon beim nächsten, für alle Interessierten offenen Monatstreffen der Hobby-Astronomen im Gasthaus Weiß, In der Delle 4, am Freitag, 31. August, 19 Uhr. Wenn es denn gelingt. Denn ein Risiko, das bleibt: eine dichte Wolkendecke.

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