Ehrenamtliche sollen Beerdigungen leiten

Schwelm.   Neben all den anderen Herausforderungen, denen sich die katholische Kirche in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal stellen muss, ist es neben dem lieben Geld vor allem der Blick auf die zukünftige Personalsituation, der Propst Norbert Dudek und sein Team zum Umdenken und zum zügigen Handeln zwingt. Die Anforderungen, die Kirche vor Ort in die Gegenwart zu holen und in eine gute Zukunft zu führen, wachsen – und diese Aufgabe wird zunehmend durch Ehrenamtliche gestemmt werden müssen.

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Neben all den anderen Herausforderungen, denen sich die katholische Kirche in Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal stellen muss, ist es neben dem lieben Geld vor allem der Blick auf die zukünftige Personalsituation, der Propst Norbert Dudek und sein Team zum Umdenken und zum zügigen Handeln zwingt. Die Anforderungen, die Kirche vor Ort in die Gegenwart zu holen und in eine gute Zukunft zu führen, wachsen – und diese Aufgabe wird zunehmend durch Ehrenamtliche gestemmt werden müssen.

Denn: Viele der geweihten Priester, die noch Heilige Messen halten, sind bereits in Rente oder haben diese für die kommenden Jahre im Blick. Gleiches gilt für Diakon Michael Nieder, der die Gemeinde in Ennepetal leitet. Die Zeit, die Kaplan Christoph Werecki noch in Schwelm verbringt, ist ebenso beschränkt. Aktuell, so rechnet Propst Norbert Dudek vor, wird im gesamten Ruhrbistum nur ein junger Mann pro Jahr zum Priester geweiht – bei steigenden Bedarfen in den Gemeinden wegen Verrentungen. In Schwelm ruhen nun die Hoffnungen auf einen Verbleib von Markus Nowag, der aber auch längst noch nicht gesichert ist (siehe Infobox).

Stete pastorale Begleitung

So begeben sich die Verantwortlichen nun verstärkt auf die Suche, um Menschen zu finden, die die kirchliche Arbeit in den unterschiedlichsten Bereichen auf freiwilliger Basis mittragen. Wie berichtet sollen Wort-Gottes-Feiern verstärkt durch Ehrenamtliche geleitet werden. Und: Auch der Beerdigungsdienst soll zukünftig verstärkt durch ehrenamtliche Begräbnisbegleiter getragen werden. Für beide Dienste wird es eine Ausbildung und eine stete pastorale Begleitung geben.

Und auch die vielen Gruppen, die in den einzelnen Gemeinden existieren und ohnehin schon durch das Ehrenamt getragen sind, werden Veränderungen erleben. Ohne die Identität der Gruppen aufzugeben, sollen diese sich zunehmend untereinander vernetzen, um die bestehenden Angebote so gut und so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Besondere Aufmerksamkeit erfährt dabei die Jugendarbeit, die zwar noch existiert, deren Zulauf aber auch durch Versäumnisse in der Vergangenheit bei Weitem nicht mehr so hoch ist, wie dies einmal war. Hier ruht die Hoffnung auch darauf, vom Innovationsfonds des Bistums Essen zu profitieren. Die genaue Ausgestaltung und die Aufgabenverteilung im Jugendbereich auf die Hauptamtlichen muss noch im Detail diskutiert werden. „Aus unserer Sicht kann es sich lohnen, in den Jugendbereich zu investieren. Die Rückmeldungen aus den Gemeinden fallen zumindest durchweg positiv aus“, sagt Propst Norbert Dudek im Gespräch mit dieser Zeitung.

Kommunikation deutlich verbessern

In engem Zusammenhang damit steht auch das Vorhaben, den kompletten Kommunikationsbereich zu modernisieren und zu professionalisieren. „Wir haben hier einen erhöhten Nachholbedarf“, sagt Claudia Buskotte, Mitglied der Pastoralkonferenz, und Kirchenvorstand Peter Otto ergänzt: „Das ist ganz deutlich an der Homepage zu sehen, die einer Modernisierung bedarf.“ Zum Teil, so erläutert Propst Norbert Dudek, finde man sich dort nur schwer zurecht, wisse auch durch unterschiedliche Gemeindebriefe nicht, was in den Nachbargemeinden passiert. Zudem – und spätestens hier erfolgt der Brückenschlag zur Jugend – ist die katholische Kirche vor Ort in den sozialen Medien wie Facebook noch überhaupt nicht präsent. Vorstellbar ist es aus Sicht des Arbeitskreises Zukunft, dass dieser Komplex durch eine halbe Stelle abgedeckt wird.

Ebenfalls aus dem hauptamtlichen Bereich soll der Ehrenamtskoordinator kommen, dessen Position schon für mächtige Diskussionen gesorgt hat. „Ganz klar: Dies ist keine Kontrollinstanz. Der Koordinator ist jemand, der die Ehrenamtlichen in ihren Bereichen für die Zukunft fit machen soll“, sagt Propst Norbert Dudek. Dies impliziert beispielsweise Schulungen und Fortbildungen, aber auch Unterstützung in der täglichen Arbeit in zahlreichen Belangen.

Projektbezogen arbeiten

Es sei eine Mammutaufgabe, dies alles zu stemmen, denn die Ehrenamtlichen, die über Jahre und Jahrzehnte hinweg ihr Amt ausüben, gibt es immer weniger. „Heute arbeiten die Leute deutlich projektbezogener“, sagt Peter Otto.

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