Erntejahr

Das Jahr der Wetterextreme fordert die Landwirte

Die Maisernte begann in diesem Jahr zeitig wie nie. Für

Die Maisernte begann in diesem Jahr zeitig wie nie. Für

Foto: Dietmar Wäsche

Hattingen.   Nach wochenlangem Regen und nachfolgender Dürre weisen die Ernte-Ergebnisse eine große Bandbreite auf. Landwirte-Chef Dirk Kalthaus zieht Bilanz

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„Wir Bauern können auf ein Jahr mit geschichtsträchtigem Charakter zurückblicken“, sagt Dirk Kalthaus, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen. An ein Jahr mit solchen Extremen könne er sich kaum erinnern, so der Landwirte-Vorsitzende. „Zur Aussaat im letzten Herbst und den ganzen Winter hindurch kämpften wir mit dem nicht aufhörenden Regen, freuten uns über jeden trockenen Tag. Dann kam von jetzt auf gleich die Trockenheit und wir freuten uns über jeden noch so kleinen Schauer.“ Die Stimmung sei aber gerade in einem Jahr wie diesem von Dankbarkeit geprägt.

Die Ernte-Ergebnisse weisen eine große Bandbreite auf, je nach Bodenverhältnissen und lokaler Witterung. „Die wenigen, aber wichtigen Regenschauer gingen lokal sehr begrenzt nieder und die Bodenqualitäten spielten bei der Trockenheit eine extrem große Rolle“, so Kalthaus. Besonders problematisch sei die Situation auf den steinigen, flachgründigen Böden gewesen, die Wasser nicht lange speichern könnten. Schon bei der Getreide- und Rapsernte seien die Ertragsunterschiede groß gewesen.

Idel für die Ernte

Einen Vorteil hätte das trockene Sommerwetter allerdings gehabt: Der Verlauf der Erntearbeiten sei ideal gewesen. „Schon Anfang August konnten wir die Getreideernte abschließen“, sagt Kalthaus. Das sei sehr früh gewesen. Die Maisernte habe dann, zeitig wie nie, im August begonnen. „Auch hier streuen die Erträge stark.“

Bei den Kartoffeln habe die Dürre deutliche Spuren hinterlassen. Die Mindererträge lägen bei 20 bis 50 Prozent. „In diesem Jahr ist der Anteil kleiner Kartoffeln deutlich höher“, sagt der Vorsitzende.

Wintervorräte schon angebrochen

Besonders hart treffe die Trockenheit in diesem Jahr die Rinder-, Pferde- und Schafhalter. Auf den Weiden sei irgendwann nichts mehr nachgewachsen. So hätten die Tiere vielfach mit dem für den Winter eingeplanten Futter zugefüttert werden müssen und beim Grasschnitt auf den trockengeschädigten Wiesen fehle über das ganze Jahr hinweg gerechnet 25 bis 35 Prozent der üblichen Grasernte. „Das bedeutet, dass die aufgrund der Trockenheit eh’ schon knappen Wintervorräte bereits im Sommer angebrochen werden mussten“, sagt Kalthaus. Erfreulicherweise seien die Wiesen nach dem Regen im September wieder grün geworden, so dass nun der vierte Schnitt doch noch erfolgen könne – wenn auch mit deutlich reduziertem Ertrag.

Sturm, Dürre und die Borkenkäferplage führten zudem bei den Waldbauern zu erheblichen Schäden. Nach Orkan „Friederike“ im Januar, mit regional zum Teil großem Ausmaß, setzten Dürre sowie Hitze den Wäldern zu und ließen die Jungpflanzen auf wiederaufgeforsteten Flächen vertrocknen. Weiter machte sich der gefräßige Borkenkäfer auf dem Sturmholz breit. „Die Waldbauern sind in diesem Jahr arg gebeutelt“, unterstreicht der Vorsitzende.

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