TAG GEGEN HOMOPHOBIE

Aufklären gegen sexuelle Diskriminierung

Christian Siever

Christian Siever

Hattingen.   Ein Interview mit dem schwulen Christian Siever (20) aus Hattingen zum Internationalen Tag gegen Homophobie

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Am 17. Mai 1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Seitdem wird alljährlich am 17. Mai der Internationale Tag gegen Homophobie begangen, der ein Zeichen setzt gegen Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung. Eben die hat der Hattinger Christian Siever (20) vor zwei Jahren persönlich erlebt. Ein Gespräch.

Herr Siever, am Pfingstmontag 2016 haben Sie drei Heranwachsende bis vor die Haustür verfolgt und dort schwulenfeindlich attackiert. Sie haben danach gegen die drei Anzeige erstattet und den Vorfall öffentlich gemacht. Hat dies in punkto Homophobie etwas verändert?

Christian Siever: Auf jeden Fall. Den Tätern, die übrigens alle drei verurteilt worden sind, ist ein Denkzettel verpasst worden. Und durch meine Anzeige hat der Vorfall, bei der mir einer der Täter heftigst an den Brustwarzen gezerrt hat, Eingang in die Kriminalstatistik gefunden. Auch das war mir sehr wichtig.

Viel dafür getan worden, dass Homosexualität vorbehaltlos akzeptiert wird

Haben Sie persönlich seit jenem Vorfall noch einmal ähnlich Schlimmes aufgrund Ihres Schwulseins erlebt?

Nein. Ehrlich gesagt, kriege ich in Hattingen heute gar keine Reaktionen mehr wegen meiner sexuellen Orientierung. Die mir aber ja auch nicht auf der Stirn geschrieben steht.

Und was halten Sie vom Internationalen Tag gegen Homophobie?

Ich glaube schon, dass so ein Tag helfen kann dafür zu sensibilisieren, Lesben und Schwule nicht zu diskriminieren. Auch wenn in den letzten Jahren bei uns viel dafür getan worden ist, dass Homosexualität vorbehaltlos akzeptiert wird.

Gibt es denn noch etwas, was Sie sich diesbezüglich wünschen?

Um Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung zu vermeiden, bedarf es einer umfassenden Aufklärung – und das schon in den Schulen. Ich fände es klasse, wenn es in NRW hierzu ähnliche Projekte wie etwa in Hamburg oder Berlin gäbe.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik