Landgericht

Dealer mit Messer traktiert und Metallstange verprügelt

Witten.   Prozess am Landgericht: Drei Jugendliche sind des versuchten Mordes angeklagt. Sie überfielen im August 2016 einen Dealer.

Fortgesetzt wurde der Strafprozess um den versuchten Mord an einem Wittener Dealer am Donnerstag vor dem Landgericht Bochum. Angeklagt sind vor der Jugendkammer ein 19-Jähriger und ein 17-Jähriger Mann aus Witten sowie ein 16 Jahre alter Jugendlicher aus Essen.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, am 9. August 2016 einen Dealer überfallen und angegriffen zu haben. Während der 16-Jährige schnell kalte Füße bekam und abhaute, kam es zwischen den Mitangeklagten und dem Opfer zu einer heftigen Auseinandersetzung.

Messerklinge traf eine Arterie

Jeremy H., 19, soll dabei dem Dealer mit einem Messer in den linken oberen Schulterbereich sowie in den Bauchbereich gestochen haben. Die Klinge traf eine Arterie und die Verletzung des Geschädigten war schwerwiegend.

„Wenn er nicht umgehend ins Krankenhaus gekommen wäre, wäre der Mann verblutet. Die Verletzung hätte tödlich sein können“, erläuterte am Donnerstag ein medizinischer Gutachter. Das Opfer selbst wollte seinerzeit auf keinen Fall ins Krankenhaus, aber seine Begleiterin setzte sich durch und rettete ihm so das Leben.

Mann drohte mit Machete

Der Mann hatte bei der Einlieferung in die Klinik bereits sehr viel Blut verloren und musste sofort operiert werden. Die Aussage des Sachverständigen zur Schwere der Verletzung stützt damit die Anklage, die von versuchtem Mord ausgeht. Der mitangeklagte Ridvan A., 17, soll nach den Messerstichen noch mit einer Metallstange auf den Dealer eingeschlagen haben. H. soll darüber hinaus am 5. August 2016 einer Frau an einer Bushaltestelle das Handy entrissen haben, lautet ein weiterer Vorwurf gegen ihn.

Wie sich die Auseinandersetzung bei dem letztlich gescheiterten Raubüberfall genau zutrug, ist unklar. Die Täter wollten dem Dealer Drogen und Bargeld abnehmen. Angeblich seien sie beide an der Wohnungstür von einem Mann mit einer Machete bedroht worden sein, behauptet A..

Ein Zeuge, der Angaben machen könnte, erschien am Donnerstag nicht zur Verhandlung. Er sehe sich nervlich nicht in der Lage, zum Prozess zu erscheinen. Die Verteidigung machte klar, dass sie auf den Zeugen nicht verzichten kann.

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