SchulDEBATTE

Katholiken-Spitze denkt an neue Wege zur Bekenntnisschule

Aus der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Schmachtendorf und der katholischen Dunkelschlagschule wird eine Gemeinschaftsgrundschule.

Foto: Christoph Wojtyczka

Aus der städtischen Gemeinschaftsgrundschule Schmachtendorf und der katholischen Dunkelschlagschule wird eine Gemeinschaftsgrundschule. Foto: Christoph Wojtyczka

Oberhausen.   In der Debatte zur Zukunft der Bekenntnisschulen in Oberhausen melden sich Stadtdechant und Katholikenratsvorsitzender zu Wort.

Wie lässt sich katholischer Glaube künftig auch jenseits des Religionsunterrichts an Kinder und Jugendliche vermitteln? Katholikenratsvorsitzender Thomas Gäng und Stadtdechant Peter Fabritz sehen hierin eine zentrale Herausforderung der kommenden Jahre. Thomas Gäng und Peter Fabritz äußern sich zu dieser Frage mit Blick auf die jüngste Abstimmung über die Grundschulzukunft in Schmachtendorf.

Das Ergebnis dieser Abstimmung in Schmachtendorf, so führen sie aus, sei vor dem Hintergrund des gesetzlich festgelegten Wahlverfahrens keineswegs überraschend. Trotz einer deutlichen 2/3-Mehrheit (134 zu 61 Stimmen) für eine katholische Bekenntnisschule wird die neue Grundschule nun eine Gemeinschaftsgrundschule werden.

Kollegien hatten sich bereits geeinigt

Unter jenen Eltern, die abgestimmt hätten, habe es ein eindeutiges Votum für eine katholische Bekenntnisschule gegeben. Doch selbst, wenn alle 195 Stimmen, die abgegeben wurden (also 100 Prozent), auf die katholische Bekenntnisschule entfallen wären, so wäre die neue Grundschule dennoch eine Gemeinschaftsgrundschule geworden. Laut Wahlverfahren müssen nämlich mindestens 250 Stimmen für eine Bekenntnisgrundschule bei 344 Stimmberechtigten vorliegen.

Auf all diese Punkte weisen Thomas Gäng und Peter Fabritz ausdrücklich hin. Und sie unterstreichen: Man müsse bei der Wertung des Ergebnisses zusätzlich berücksichtigen, dass sich beide Kollegien und die Schulkonferenzen bereits für eine Gemeinschaftsgrundschule mit christlicher, integrativer Prägung ausgesprochen hatten. Umso bemerkenswerter sei das eigentlich eindeutige Ergebnis pro Bekenntnisschule. Doch die vorgeschriebenen 250 Ja-Stimmen seien bei realistischer Betrachtung von Anfang an nicht zu erreichen gewesen.

Beschluss des Rates hat Aus besiegelt

Mit dem Beschluss des Rates, die eigentlich im Schulentwicklungsplan vorgesehene Fortführung der Bekenntnisgrundschule und Schließung der Gemeinschaftsgrundschule durch ein Vermittlungsverfahren zu ersetzen, sei das Aus für die katholische Bekenntnisschule in Schmachtendorf besiegelt worden, so Thomas Gäng und Peter Fabritz. Für die Zukunft müsse man davon ausgehen, dass es nach und nach zu einem Auslaufen aller Bekenntnisgrundschulen in Oberhausen komme, sobald durch neue Schulpläne die Standorte berührt würden.

An dieser Stelle stelle sich deshalb die Frage, ob es nicht ehrlicher wäre zu sagen: „Liebe (katholische) Christen, in einem säkularen Staat ist kein Platz mehr für konfessionelle Bekenntnisschulen in staatlicher Trägerschaft.“

Das Votum der Wählerinnen und Wähler in Schmachtendorf sei zwar ein starkes Zeichen dafür, die Ausrichtung der Schule auf einen christlich-integrativen Schwerpunkt „auch konsequent vorzunehmen“. Dennoch dürfe man sich nichts vormachen: Ob auf diese Weise zum Beispiel das Aufhängen eines Kreuzes als äußeres Zeichen erfolgen könne, sei keinesfalls sicher. Thomas Gäng und Peter Fabritz kommen im Verlaufe ihrer detailreichen Argumentation zu einer bemerkenswerten Schluss-Frage: „Wie geht eigentlich jetzt die Politik mit einem solchen Abstimmungsergebnis um?“

Kindern den Glauben nahebringen

Ihre Antwort: „Als Kirche stehen wir einem Austausch und Dialog über die Frage des christlichen Bekenntnisses im Schulalltag offen gegenüber. Für uns als katholische Kirche werden wir überlegen müssen, wie es uns gelingen kann, den Kindern den katholischen Glauben über den Inhalt des Religionsunterrichts hinaus nahezubringen. Möglicherweise ist eine Bekenntnisgrundschule oder -hauptschule in eigener Trägerschaft ein Weg. Der Bedarf und Wunsch scheint vorhanden zu sein.“

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