Soziales

Jugendliche werkeln in Projekten für ihre Zukunft

Dirk Jungbluth zeigt Fares, wie man ausmisst.

Foto: Oliver Müller

Dirk Jungbluth zeigt Fares, wie man ausmisst. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Die Vereine Pro Altstadt und Regler Produktion realisieren zwei Projekte für Gelüchtete aus Spendenmitteln. Kunst-, Bildungs- und Sportprojekte.

Zahlreiche Besucher des Adventsmarktes in der Altstadt haben im vergangenen Jahr gespendet, um jungen Geflüchteten neue Chancen zu eröffnen. Die Vereine Pro Altstadt und Regler Produktion hatten damals zusammen mit der Evangelischen und der Katholischen Kirche unter Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Ulrich Scholten die Aktion „Herz für Menschen“ ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, die Jugendlichen gezielt zu fördern. Ein Jahr später sind die Jungen und Mädchen nun in zwei Projekten untergebracht, die ihnen beim Start in ein neues Leben helfen sollen.

Im Keller des CVJM an der Teinerstraße schleifen und sägen die Brüder Fares (12) und Wissem (10) an Holzstücken. Bis zu drei Mal in der Woche kommen sie hierhin, um gemeinsam mit dem Mülheimer Tischlermeister Dirk Jungbluth zu werkeln. Dafür hat das Jugendzentrum extra den Werkraum im Keller bereitgestellt. „Wir bauen eine Burg“, sagen die Jungs stolz und zeigen die Zinnen und Türme, die schon fertig sind. Am Ende soll es so aussehen wie auf dem Bild, das Jungbluth mitgebracht hat: Eine glänzende Festung mit Tor und Türmen. Bis das Gebilde fertig ist, müssen sie aber noch berechnen, ausmessen, schrauben und Nägel ins Holz schlagen. „Das macht Spaß“, sagt Fares, der mit seiner Familie vor vier Monaten aus Tunesien nach Mülheim gekommen ist und schon einige Sätze Deutsch sprechen kann. „Über das Arbeiten lernen sie Begriffe wie ‘rau’, ‘glatt’, ‘schön’“, erklärt Dirk Jungbluth, der mit seiner gemeinnützigen Unternehmung „Kambium“ regelmäßig mit Jugendlichen arbeitet.

Kunst- und Bildungsprojekte geplant

Das zweite Projekt betreut der Verein Pro Altstadt, der ab 2017 zusammen mit der Awo und anderen Ehrenamtlichen Kunstkurse, Sprachunterricht und Sportangebote auf die Beine stellen will. Platz für zwölf Jugendliche, die aus Syrien und Irak stammen, soll es geben, weiß der Vereinsvorsitzende Rolf Schulze. „Eine ehemalige Lehrerin wird Deutsch unterrichten, ein früherer Profi-Fußballer bietet Sportstunden an“, sagt er. Eine Künstlerin aus der Altstadt will außerdem weitere Aktionen starten.

Bis dahin bauen Fares und Wissem weiter an den Burgen, die übrigens auf dem Familienfest der Regler „Die Freilichtbühne tobt“ im Juni für den guten Zweck versteigert werden sollen. Der Zwölfjährige freut sich über die Möglichkeit, vom Tischlermeister zu lernen, schließlich möchte auch er „später etwas mit Holz machen“, Tischler, Schreiner oder Zimmermann werden.

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