Soziales

Hündin Maya ist Mitarbeiter auf vier Pfoten im Fliedner-Dorf

Die fünf Monate alte Labrador-Hündin Maya besucht im Bereich „Wohnen im Alter“ im Fliedner-Dorf eine bettlägerige Patientin und tritt behutsam mit ihr in Kontakt. Foto: Ute Gabriel

Die fünf Monate alte Labrador-Hündin Maya besucht im Bereich „Wohnen im Alter“ im Fliedner-Dorf eine bettlägerige Patientin und tritt behutsam mit ihr in Kontakt. Foto: Ute Gabriel

Mülheim.   Hündin Maya begleitet ihr Frauchen Gaby Quendt zur Arbeit im Altenhilfebereich des Fliedner-Dorfs. Die Bewohner profitieren von dieser Begegnung.

Eben noch flitzte sie ungestüm über die Gänge, so schnell, dass selbst ihre Frauchen Gaby Quendt nicht hinterher kommt und sie vor Lachen kaum zurückpfeifen kann. Jetzt aber sitzt Maya, die fünf Monate alte Labrador-Hündin, ganz ruhig neben dem Bett von Elsbeth Wingender und schmiegt ganz behutsam ihren Kopf in die Hand der alten Dame. Mit Mühe hat Elsbeth Wingender ihren Arm aus dem Bett gestreckt – viel mehr an Bewegung lässt ihr Körper nicht mehr zu.

Jetzt aber fühlt sie das weiche Fell des Vierbeiners zwischen ihren Fingern und genießt das sichtlich. „Ich habe sie sehr gerne hier bei mir“, sagt die bettlägerige Frau. Damals zuhause, bevor sie in den Bereich „Wohnen im Alter“ im Fliedner-Dorf zog, hatte sie Katzen. Fotos an der Wand zeugen noch davon.

„Niemand hier hatte Vorbehalte gegen den Hund“

Nicht nur Elsbeth Wingender freut sich über den Besuch der jungen Hündin, die ihr Frauchen Gaby Quendt, die als Betreuungskraft im Dorf arbeitet, regelmäßig zum Dienst begleitet. „Niemand hier hatte Vorbehalte gegen den Hund“, erzählt Gaby Quendt. Und diejenigen Bewohner, die anfangs vielleicht doch ein wenig skeptisch gegenüber dem ungestümen Vierbeiner waren, hat Maya in Windeseile um die Pfote gewickelt.

Aber noch viel mehr registriert die Pflegefachkraft, wenn ihr Hund im Wohnbereich unterwegs ist. Bewohner, die ansonsten eher in sich gekehrt seien und nicht viel Interaktion mit anderen zeigten, blühten regelrecht auf, seitdem der vierbeinige Mitarbeiter da ist. Wie zum Beispiel Hans-Georg Sauer, ein Herr, der an den Rollstuhl gefesselt ist. Obwohl er in seiner Bewegung eingeschränkt ist, spielt Herr Sauer gern mit Maya, wirft ihr das Spielzeug durch den Raum oder fragt nach ihr, wenn sie mal nicht zu sehen ist. „Er kommt richtig aus sich heraus“, freut sich Gaby Quendt über die Entwicklung.

Maya regt Bewohner zu mehr Aktion an

Maya, die zum Begleithund ausgebildet wird, bringt Leben in den Wohnbereich: Sie heitert diejenigen auf, die auch mal traurig sind und regt jene zu mehr Aktion an, die sich ansonsten lieber zurückziehen – ihr Hundeblick erreicht jedes Herz. So steht Frau Hahn vergnügt hinter der großen Fensterscheibe und beobachtet lachend, wie Maya wilde Runden im Innenhof dreht.

Und Horst Knümann, dessen Zimmertür weit offen steht und den Blick freigibt auf ein Hundespielzeug mitten im Raum, sagt ein wenig nachdenklich: „Maya kommt zu mir – auch dann, wenn es mal nicht so gut geht.“ Doch schon fangen die Augen des 68-Jährigen wieder an zu leuchten, als sich die kleine Hündin neben seinem Rollstuhl niederlässt.

Regelmäßige Pausen für die junge Hündin

Damit es aber nicht nur den Bewohnern gut tut, wenn Maya bei ihnen ist, sondern auch dem kleinen Vierbeiner gut geht, wenn er im Dienst ist, achtet Frauchen Gaby Quendt darauf, dass Maya regelmäßig Pausen einlegt. Gaby Quendt hatte vor Maya schon andere Hunde, die Labradorhündin aber ist die erste, die sie zur Arbeit im Altenhilfebereich mitbringt. „Ihr ausgeglichener Charakter ist einfach ideal dafür“, sagt die Pflegefachkraft. Und Bewohnerin Frau Hahn bringt es wohl für alle auf den Punkt, als sie zu Maya sagt: „Du bist ein Schatz.“

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