Ringlokschuppen

Großes Interesse an neuem Förderverein

Der  Freundeskreis Ringlokschuppen e.V. formiert sich und wählt Vorstand und Kuratorium.

Foto: Bjoern Stork

Der Freundeskreis Ringlokschuppen e.V. formiert sich und wählt Vorstand und Kuratorium. Foto: Bjoern Stork

Broich.   Den Freundeskreis des Ringlokschuppens führen der Regisseur Fabian Lettow und der Kunsthistoriker Professor Christoph Brockhaus

Nach dreistündiger Sitzung konnten am Montagabend im Ringlokschuppen gegen 22 Uhr die Sektkorken knallen: Knapp 50 Interessierte haben zuvor den gemeinnützigen Förderverein Freundeskreis Ringlokschuppen Ruhr aus der Taufe gehoben, eine zehnseitige Satzung verabschiedet, einen vierköpfigen Vorstand sowie ein neunköpfiges Kuratorium gewählt und einen jährlichen Mindestbeitrag festgesetzt. Der ist mit 10 Euro bewusst niedrig gehalten worden, kann aber nach Belieben aufgestockt werden. Auf den Bögen, die die Mitglieder ausfüllten, war der Jahresbeitrag auch in 30er-Schritten anzukreuzen.

Als Vorsitzender wurde der Regisseur Fabian Lettow von Kainkollektiv gewählt, der dem Haus schon seit über zehn Jahren eng verbunden ist. Als der gebürtige Essener zum ersten Mal auf der Bühne stand, war das 2004 bei einem Studienprojekt im Ringlokschuppen. Mit Kainkollektiv hatte er dort 2005 Premiere und war dort seitdem mit sicher 20 Produktionen zu sehen. „Egal, ob wir in Polen, Kroatien oder Kamerun arbeiten, der Ringlokschuppen ist unsere Homebase“, sagt der 1978 geborene, der derzeit auch ein Projekt am Schauspielhaus in Bremen realisiert. Er weiß also sehr genau, wie der Ringlokschuppen tickt. Sein Stellvertreter ist Prof. Christoph Brockhaus, der langjährige Leiter des Lehmbruckmuseums in Duisburg, der schon seit drei Jahren dem Beirat angehört, der den Ringlokschuppen seit dem Beginn der Krise zur Seite gestellt wurde. Der Kunsthistoriker ist gut vernetzt, vertraut mit Fördervereinen und hat das Museum in eine Stiftung überführt. Die Kunsterzieherin Elke Ungerer (Schriftführung), die seit sechs Jahren an Tanzprojekten „55plus“ teilnimmt und der Fotograf Stephan Glagla (Finanzen) komplettieren den Vorstand und fügen ganz andere Perspektiven auf das Haus hinzu. Diese Vielfalt ist Matthias Frense, dem künstlerischen Leiter des Hauses, wichtig und sie spiegelt sich noch viel stärker im Kuratorium wider. „Es wäre falsch, Gruppen von Spezialisten zu bilden“, sagt er. Dass die Sitzung so rasch und reibungslos vonstatten ging, lag an der guten Vorbereitung und der bereits erfolgten Abklärung der Satzung durch einen Juristen. Auch die Vorstandsposten wurden vom Team vorgeschlagen.

Das Kuratorium formierte sich allerdings aus der Mitte der Versammlung. Im gehören unter anderem an: der Künstler Jan Ehlen, der mit seinen Mitstreitern hier alljährlich das Shiny-Toy-Festival für audio-visuelle Kunst realisiert; der Literaturwissenschaftler Andreas Erb, der mit vielen Theaterleuten im engen Austausch steht; und Bridget Fonkeu, die den Gospelchor leitet und bei der Silent-University in der Dezentrale schon mitgewirkt hat, um nur drei Beispiele zu nennen. Darunter sind auch Fans des Hauses unterschiedlichen Alters, die mit ihrem Engagement nun Danke sagen und etwas zurückgeben wollen, wie bei der Vorstellung wiederholt zu hören ist. Das Kuratorium soll die Arbeit des Vorstands ergänzen und Ideen und Impulse liefern. Die Stimmung war euphorisch, von einem vielversprechenden Start war die Rede. „Eine so große Vielfalt im positiven Sinne habe ich nicht erwartet“, so Brockhaus. „Das wird ein lebendiger Verein, darauf können wir anstoßen.“

Frense sieht den Förderverein als Forum, in dem sich Zuschauer, Künstler, Fachleute und Interessierte begegnen und Lust haben, über das Programm zu sprechen. Auch finanziell ist er wichtig. „Wir haben uns berappelt und können den Kopf über Wasser halten“, so Frense zur finanziellen Situation. Wichtig sei die Geldspitze des Vereins, um schnell und flexibel handeln zu können, um etwa über ein Budget für Unvorhersehbares zu verfügen und schließlich auch um genügend Eigenmittel zur Gegenfinanzierung von Fördermitteln zu haben.

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