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Vom Bassisten der Popolskis zum Leiter bei Voice of Germany

Martina Ziaja alias Janusz Popolski.

Foto: privat

Martina Ziaja alias Janusz Popolski. Foto: privat

Kamp-Lintfort.   Es gibt ein Leben nach der Popolski-Show: Martin Ziaja, Bassist aus Kamp-Lintfort, erzählt, warum er als Musiker solchen Erfolg hat.

Und wenn „der Stimmung bei der Popolski-Show durch der Decke ging“ – Martin Ziaja alias Janusz Popolski hatte die Haare schön und ansonsten nicht viel zu sagen. Der Bassist aus Kamp-Lintfort übernahm die schweigende Rolle in der fröhlichen Familien-Saga, nach der alle Pop-Songs eigentlich von Opa Popolski erfunden wurden.

2015 gingen die angeblich polnischen Polka-Popmusiker auf Abschiedstournee. Seither ist Pawel (Achim Hagemann) solo unterwegs und Martin Ziaja hat mehr Zeit für die vielen anderen Projekte, die er von seinem Düsseldorfer Büro aus steuert.

Einmal quer durch Deutschland

„Das waren zehn sehr intensive Jahre. Und es war für mich eine große Herausforderung, denn mit der Schauspielerei bekam das ganze eine andere Facette“, erklärt Ziaja, der nämlich im wirklichen Leben keineswegs schweigsam, sondern durchaus mitteilsam ist.

Vor kurzem erst ist der Bassist von der Voice of Germany Tour mit den Finalisten zurück gekehrt: „Einmal quer durch Deutschland, 22 Städte.“

Dort ist er musikalischer Direktor, sorgt für das Programm, schreibt die Arrangements, übt mit den Talenten und spielt selbst in der Band.

Ein Traumjob?

„Das ist was ganz anderes als die Popolskis. Das fängt schon beim Publikum an, das sonst eher nicht zu Rock-Konzerten geht. Da ist der Saal bestuhlt. Und der Job ist für mich sehr anspruchsvoll, denn ich weiß erst kurz vorher, wer von den Kandidaten mitfährt. Dann muss ich sehr schnell ein Programm zusammenstellen, das gut zu den jeweiligen Sängern passt und ihre Stärken hervorhebt“, beschreibt Ziaja.

Ein Traumjob? „Ich liebe ihn, auch wenn er in der Schlussphase hektisch wird.“ Ansonsten spielt er in diversen Bands und Projekten, so sorgt er auch für Stefanie Heinzmann für die tiefen Töne.

Aufs Abi „null vorbereitet“

In Kamp-Lintfort war der viel beschäftigte Musiker nicht mehr „seit zehn Jahren“, schätzt der 35-Jährige. Zum Jubiläum des Georg-Forster-Gymnasiums, das zu seiner Zeit noch „Städtisches Gymnasium“ hieß und an dem er ein 2,5-er Abi hinlegte („Ich hab mich null vorbereitet“), war er

jetzt erstmals wieder da. Und stand sozusagen als Promi auf der Bühne. Es war ein „rundum schöner Abend mit netten Gesprächen“, befand er über den Heimatbesuch. „Das war natürlich voller Emotionen. Schließlich habe ich an der Schule meine ganze Jugend verbracht.“

Die bestand, so erzählt er, in allererster Linie aus Bass üben, bis die Finger wund waren. „Das war fast manisch“, gibt er zu. Aber so hat er dann schnell „zwei Stufen auf einmal“ nehmen können. Mit 13 hatte er Unterricht in der Kamp-Lintforter Musikschule. Zwei Jahre später wurde er beim Wettbewerb „Jugend jazzt“ Zweiter, im Jahr drauf Erster, hatte eine Band und mit ihr viele Auftritte, unterrichtete als Oberstufenschüler selbst an der Krefelder Musikschule und verdiente sogar Geld mit seiner Musik. „Meine Eltern haben mich damals toll unterstützt“, sagt er. „Die haben mich machen lassen und mich überall hingefahren, als ich noch keinen Führerschein hatte.“

Live-Schaltung aus dem Plattenbau

Der zarte Beginn eines Lebens auf Achse. Er reise heute wirklich extrem viel. Deshalb kann er sich auch kaum vorstellen, wieder dauerhaft in Kamp-Lintfort zu wohnen. „Da ist Düsseldorf als Zentrale einfach praktischer“, befindet Martin Ziaja.

Ob er der verrückten Popolski-Zeit manchmal nachtrauert? „Ach je, wir bleiben ja alle in Verbindung. Und es gibt viele Ideen für spannende Projekte. Vielleicht gibt es ja auch demnächst eine Live-Schaltung aus dem Plattenbau zu Pawels Show“, verrät der Bassist.

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